Klima: Wiederkäuer und Methan

Methan ist neben Kohlendioxid und Lachgas ein natürliches Treibhausgas. Ohne diese Treibhausgase wäre die Erde bei -18° C unbewohnbar. Die Emissionen von Methan sind somit ein natürlicher Prozess und können nicht verhindert, sondern nur verringert werden. Dabei darf man die Rolle des Wiederkäuers als „Auspuffrohr“ für Methan nicht überbewerten.
Durch die anaeroben Prozesse in den Sümpfen – viele davon sind Naturschutzgebiete – entweicht eine beträchtliche Menge des klimaschädlichen Methans.
Durch die anaeroben Prozesse in den Sümpfen – viele davon sind Naturschutzgebiete – entweicht eine beträchtliche Menge des klimaschädlichen Methans.
Österreich hat sich 1997 mit der Unterzeichnung des „Kyotozieles“ verpflichtet, seine „Treibgasemissionen“ gegenüber dem Stand von 1990 (77,64 Mio. Tonnen CO2 –Äquivalent) bis 2012 um insgesamt 13 % zu reduzieren. Dabei werden neben Kohlendioxid auch die Emissionen von Methan und Lachgas einbezogen.
Mittlerweise sind jedoch die Gesamtemissionen in Österreich um ca. 17 % auf über 90 Mio. t gestiegen, wobei der Anteil der Landwirtschaft auf 7,6 Mio. t geschätzt wird. Der Anteil der Landwirtschaft hat sich in den letzten10 Jahren um über 10 % verringert, während sich im selben Zeitraum der Anteil des Verkehrs mit knapp 24 Mio. t (2005) fast verdoppelt hat.
Da die Nichteinhaltung des „Kyotozieles“ mit Strafsanktionen verbunden ist, geht es jetzt um die Suche nach „Schuldigen“. Dabei steht auch der Wiederkäuer aufgrund seines Methanausstoßes bei der Verdauung am Pranger.

Methan – viele Quellen
Methan (CH4) entsteht durch anaerobe Gärungsprozesse in Sümpfen, eutrophen Flüssen, in Reisfeldern, bei der Brandrodung, bei Verdauungsvorgängen und hier besonders in Wiederkäuermägen sowie nicht zuletzt in Kläranlagen und Deponien.
Die Methanemissionen stehen auch direkt und indirekt mit der Zunahme der Weltbevölkerung in Zusammenhang, da auch der Mensch Methan emittiert.

Landwirtschaft kein Klimasünder
Zwischen 1990 und 2005 sind die Treibgasemissionen um 17 % auf über 90 Mio. t gestiegen. Dabei beträgt der Anteil der Landwirtschaft mit 7,6 Mio. t knapp 8 %. In den letzten 10 Jahren hat sich der Anteil der Landwirtschaft um über 10 % verringert, während sich im gleichen Zeitraum der Anteil am Verkehr fast verdoppelt hat (2005 knapp 24 Mio. t). Alternative Wege wie der Handel mit Emissionszertifikaten sowie die Finanzierung von Projekten für Entwicklungsländer (z.B. Aufforstungsprojekte) werden diskutiert.

Fazit
Die Emissionen von Methan haben natürliche sowie anthropogene Ursachen. Sie können daher nicht verhindert, sondern nur geringfügig eingeschränkt werden. Die tatsächliche Bedeutung von Methan als Treibhausgas ist noch nicht endgültig geklärt. Am Dauergrünland gibt es keine sinnvolle Alternative zum Wiederkäuer als Verwerter von Wiesen und Weiden. Der Wiederkäuer dient als Lieferant von Milch und Fleisch und ist der Garant für die Erhaltung unserer Kulturlandschaft.
Ohne Wiederkäuer kein Grünland, d.h. geht die Kuh kommt der Wald.

Autor: Dipl.-HLFL-Ing. Josef GALLER, LK Salzburg


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Aktualisiert am: 21.04.2010 16:42
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