Klima-Bilanz der Landwirtschaft hoch positiv

Die Land- und Forstwirtschaft ist der einzige Sektor der Volkswirtschaft, der über die Pflanzen und den Boden wesentlich mehr Klimagase bindet als er erzeugt.
„Denn Pflanzen brauchen zum Wachstum CO2 und erzeugen dabei Sauerstoff. Selbst die als "Klimasünder" viel gescholtene Kuh bilanziert positiv. Denn sie lebt nicht von fossilen, sondern von nachwachsenden Rohstoffen, wie Gras, Mais oder Getreide, und diese Pflanzen binden deutlich mehr CO2 als die Kuh an Verdauungsgasen erzeugt. Insgesamt stehen den Emissionen der Land- und Forstwirtschaft von 8 Mio. t CO2-Äquivalent im Jahr etwa eine Bindungswirkung von 58 Mio. t CO2 beziehungsweise CO2-Äquivalent gegenüber. Das zeigt, dass die Klimabilanz der Landwirtschaft hoch positiv ausfällt“, erklärte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich. "Wer in diversen Studien die Landwirtschaft als Klimasünder hinstellen will, deren Umwelt-Leistung jedoch zu erwähnen "vergisst", der spielt einzig der Erdöl- und Erdgas-Lobby in die Hände", so Wlodkowski.

Landwirtschaft erzeugt jährlich 40 Mio. t Sauerstoff
"Es gibt nur zwei Möglichkeiten, den Klimawandel effektiv zu beeinflussen: Die eine ist die Verringerung des Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen, die andere die Erhöhung der Schadstoffbindung. Die Bindung von CO2 erfolgt beim Wachstum von Getreide, von anderer Biomasse (beispielsweise für die Energiegewinnung) oder von Holz. Die einzige Möglichkeit, langfristig noch mehr Klimagase zu binden, ist eine funktionstüchtige und effiziente Land- und Forstwirtschaft", erklärte Wlodkowski die immer wieder von Studien-Autoren vernachlässigten Zusammenhänge.
Jährlich werden durch die Land- und Forstwirtschaft in Österreich ca. 58 Mio. t CO2 gebunden, womit der Sektor etwa 60% der insgesamt produzierten Klimagase pro Jahr bindet. Die Biomasseproduktion beträgt in Österreich jährlich 43 Mio. t. Auf diesem Weg erzeugt die Landwirtschaft ca. 43 Mio. t Sauerstoff pro Jahr.

Landwirtschaft schont Klima
Auch wenn der jüngste "Klima-Report 2008" der Organisation "foodwatch" die Landwirtschaft als einen der größten Klimasünder hinzustellen versucht, beweisen die Zahlen genau das Gegenteil. Die Landwirtschaft schont das Klima. So reduzierte die Landwirtschaft seit 1990 die CO2-Emissionen um 1,3 Mio. t. Einen ähnlich guten Wert weist nur die Abfallwirtschaft auf. Im Gegensatz dazu war in den Sektoren Verkehr ein Anstieg von rund 10 Mio. t Kohlendioxid-Äquivalenten oder 83% und im Sektor Industrie von 3,2 Mio. t oder 14,3% zu erkennen.
"Wenn wir eine Klimadebatte führen, dann verlangt die Landwirtschaft eine umfassende und vor allem objektive Betrachtung der Fakten, denn nur darauf kann eine vernünftige Strategie zur Erreichung von Klimazielen aufbauen. Einseitige Darstellungen und unausgewogene Schlussfolgerungen werden von der LK Österreich abgelehnt", unterstrich Wlodkowski. (AIZ)


Aktualisiert am: 10.09.2008 20:41
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