Klauenverletzungen früh erkennen

Klauenverletzungen bei Zuchtsauen stellen für viele Ferkelerzeuger ein beträchtliches Problem dar. Ziel ist es, Klauenverletzungen früh zu erkennen, damit Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Ein Bewertungsschema kann helfen.
Die Bewertung der Klauen sollte in der Abferkelbucht durchgeführt werden.
Die Bewertung der Klauen sollte in der Abferkelbucht durchgeführt werden.
Bis 2013 müssen alle Sauenhalter in der EU bei tragenden Sauen auf Gruppenhaltung umstellen. Zurzeit hält etwa noch jeder zweite Sauenhalter in Deutschland seine Tiere im Kastenstand. In Österreich wird der Umstellungsbedarf gar mit 60% der Betriebe geschätzt. Dabei stellt – so zeigen länderübergreifende Erhebungen – die Haltungsform eine wichtige Komponente im Bezug auf das Auftreten von spezifischen Klauenproblemen dar. Während es in Kastenständen häufiger zu Rissen im Wandhorn kommt, zeigen sich bei zunehmender Gruppenhaltung im Wartebereich vermehrt Probleme mit Wucherungen im Ballenbereich. Die Beurteilung kann am Besten im Abferkelstall, wenn die Sauen nach dem Füttern liegen, durchgeführt werden. Dabei sind nur die Klauen der Hinterextremitäten zu prüfen. Die rechten und linken Klauen sollten immer einzeln bewertet werden. Man sollte sich nicht nur auf eine Betrachtung der Klauen beschränken sondern auch „fühlen“ bzw. abtasten um Klauenverletzungen aufzuspüren. So lässt sich vor allem der Ballen sehr gut auf Verhornungen, Risse und Wucherungen überprüfen. Durch leichte Druckausübung mit den Fingern auf die einzelnen Klauenbereiche kann zudem erkannt werden, ob die Sau an bestimmten Stellen Schmerzen hat. Wenn die Sau z.B. bei Berührung des Ballens ihren Fuß ruckartig zurückzieht, kann hier eine schmerzhafte Verletzung vorliegen. Zusätzlich sei hier erwähnt, dass die Sauen ein Abtasten eher als angenehm empfinden.

Klauen-Beurteilungsschema


Aktualisiert am: 17.12.2009 20:34
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