Klauengesundheit durch Zucht verbessern

Landwirte können Klauenpflege-Daten jetzt durch einen standardisierten Diagnoseschlüssel zentral eingeben. Damit soll die Klauengesundheit in Zukunft züchterisch verbessert werden können.
Für den Tierhalter ist die Dokumentation wichtig, um die Klauengesundheit seiner Herde einschätzen zu können.
Für den Tierhalter ist die Dokumentation wichtig, um die Klauengesundheit seiner Herde einschätzen zu können.
Klauenerkrankungen zählen zusammen mit Fruchtbarkeitsstörungen und Euterproblemen weltweit zu den wirtschaftlich bedeutendsten Erkrankungen beim Milchvieh. Sie beeinträchtigen Tiergesundheit, Leistung und Produktqualität mit der Folge großer wirtschaftlicher Einbußen. Neben den direkten Kosten der Therapie und des zusätzlichen Arbeitsaufwandes entstehen wirtschaftliche Verluste durch reduzierte Milchleistung, verminderte Fruchtbarkeit, Abmagerung und vorzeitige Schlachtung. Klauenerkrankungen stehen an dritter Stelle der krankheitsbedingten Abgangsursachen in Österreich.

Höhere Erblichkeit als Fitness
Die Dokumentation von Klauenerkrankungen ist einerseits wichtig, um Risikofaktoren für Klauenerkrankungen ausfindig zu machen, andererseits aber auch um eine züchterische Arbeit im Klauengesundheitsbereich zu ermöglichen. Die Erblichkeitsraten von Klauenerkrankungen sind zwar im Vergleich zu Milchleistungsmerkmalen relativ gering, aber dennoch höher als beispielsweise Merkmale der Fruchtbarkeit (Kalbeverlauf, Non-Return-Rate), welche im Zuchtwert bereits berücksichtigt werden. Eine züchterische Bearbeitung der Klauengesundheit ist daher durchaus gerechtfertigt. Außerdem ist die direkte Selektion auf Klauenerkrankungen eine bessere Möglichkeit die Klauengesundheit der Tiere langfristig zu verbessern, als die derzeit praktizierte indirekte Selektion auf mit Klauengesundheit korrelierende Zuchtmerkmale wie beispielsweise Fundamentmerkmale.

Fazit
Die stärkere Berücksichtigung der Klauengesundheit sowohl im Herdenmanagement als auch in der Zucht, ist ein wichtiger Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung. Damit Stiere, die viele Klauenprobleme vererben, auch durch die Zuchtwertschätzung entdeckt werden können, sind standardisierte Aufzeichnungen notwendig. Mit dem vorgestellten vereinfachten Klauendiagnoseschlüssel für die Klauenpflege ist ein erster Schritt gesetzt worden. Nur wenn die Landwirte und/oder Klauenpfleger bei der Klauenpflege auch die Krankheiten dokumentieren und dann in die Datenbank eintragen, können in Zukunft auch diese Informationen für die züchterische Verbesserung der Klauengesundheit genutzt werden.

Autoren: DI Marlene MAIER, Freistadt, Mitarbeit von Dr. Christa EGGER-DANNER, Zucht Data, Sabine DIPEEL und Christoph WINCKLER, BOKU

Hier finden Sie eine Diaschau zum Thema Klauengesundheit


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Aktualisiert am: 06.05.2010 08:43
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