Klauengesundheit bei Zuchtsauen: Was kann der Schweinehalter tun?

Verletzungen und Erkrankungen an den Klauen sind die häufigste Ursache für vorzeitige Sauenabgänge in der heutigen Schweineproduktion.
Schäden in der Aufstallung bergen ein hohes Verletzungsrisiko.
Schäden in der Aufstallung bergen ein hohes Verletzungsrisiko.
Die dramatische Zunahme der Klauenverletzungen ist teilweise auf die Bestimmungen in der Tierhaltungsverordnung und die damit verbundene freie Bewegungsmöglichkeit bei Zuchtsauen zurückzuführen. Demnach müssen die Sauen ab dem 28. Trächtigkeitstag bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin in Gruppen gehalten werden. Gruppierungen von Zuchtsauen und vermehrt auftretende Rangkämpfe führen häufig zu Verletzungen im Bereich der Klauen der Tiere.
Eine Minimierung der Rangordnungskämpfe sowie eine Optimierung der Stallbodenbeschaffenheit stellen die Grundvoraussetzung für die Vermeidung dieser Klauenverletzungen dar.

Risikofaktoren von Klauenverletzungen
Um Verletzungen der Zuchtsauen an den Klauen wirkungsvoll entgegnen zu können, müssen die möglichen Verletzungsrisiken am Betrieb analysiert werden.

Schlechte Bodenbeschaffenheit
Vor allem bei neuen Aufstallungen mit Betonspalten sollten scharfe Kanten durch Abschleifen vermieden werden. Ebenfalls muss darauf geachtet werden, dass die Roste die im Gesetz vorgegebenen maximalen Spaltenbreiten nicht überschreiten.
Zusätzlich sollte durch eine Vermeidung von nassen und glatten Stallböden die Rutschfestigkeit für die Tiere optimiert werden.

Schlechtes Buchtendesign
Durch fehlende Ausweichmöglichkeiten der Sauen kommt es bei Rangordnungskämpfen immer wieder zu Verletzungen. Dies kann vor allem bei Sackgassen in den Buchten oder Engstellen rund um die Tränke- bzw. Futtereinrichtungen beobachtet werden.

Unpassende Eingliederungsstrategien
Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass keine Sauen mit extrem unterschiedlicher Körperkondition zusammengeführt werden. Ebenfalls muss eine Überbelegung der Tiere, auch aus Tierschutzgründen, vermieden werden.

Prophylaktische Maßnahmen
- genaue Tierbeobachtung und Früherkennung von Problemen
- optimale Fütterung
- optimale Haltungsbedingungen
- Klauenpflege
- Reinigung und Desinfektion zur Senkung des Infektionsrisikos

Autor: Dr. Mathias HUBER, Traunkreis VetClinic, Ried


Aktualisiert am: 10.09.2008 10:40
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