Kinder und Medien

Massenmedien wie Radio, Fernsehen und Zeitungen sind ebenso fester Bestandteil unseres Alltags wie das Internet. Kinder hatten noch nie so leicht Zugang zu so vielen verschiedenen Informationsquellen wie heute.
Kinder sollten dazu angeregt werden, ihre Freizeit mit sinnvollen Spielen zu verbringen.
Kinder sollten dazu angeregt werden, ihre Freizeit mit sinnvollen Spielen zu verbringen.
Die neuen Medien liefern uns Unmengen an Informationen – manche davon sind für unser Leben eine Bereicherung, andere wiederum sind vielfach nicht notwendig. Speziell das Fernsehen und der Computer mit Internetzugang üben auf Kinder eine große Faszination aus. Während uns im Alter unserer Kinder Geschichten vorgelesen wurden, wir gemeinsame Spiele mit Freunden und Eltern genossen oder sobald wir lesen konnten, selbst Bücher verschlungen haben, steht heutzutage schon bei Kindergartenkindern das Fernsehen hoch im Kurs. Da es bereits spezielle Kinderprogramme für bestimmte Altersgruppen gibt, werden die „Fernseher“ auch immer jünger. Denken Sie etwa an die „Teletubbies“, deren Inhalte bereits für 1–2-Jährige geeignet sein sollen.

Keine „Erwachsenensendungen“ für Kinder!
Wenn Kinder nur spezielle Kindersendungen ansehen, ist der Fernsehkonsum unter bestimmten Bedingungen ja noch zu tolerieren. Allzu oft allerdings kommt es vor, dass Eltern ihre Kinder bei „Erwachsenensendungen“ mitschauen lassen, deren Inhalte ganz und gar nicht für Kinder geeignet sind. In meiner Tätigkeit als Kinderpsychologin werde ich in Elterngesprächen immer wieder mit dem Thema Fernsehen konfrontiert. Dabei fällt mir auf, dass Erwachsene sich oft gar nichts dabei denken, wenn ihre Kleinen einfach mitschauen. Erst wenn die Kinder verschiedene Symptome zeigen, wie Einschlafstörungen, Albträume und Ähnliches, beginnen Eltern mit der Suche nach möglichen Gründen. Ein Grund kann sein, dass sich die Kinder zu viele, zu oft und vielleicht auch nicht altersgemäße Programme im Fernsehen ansehen.

Computerspiele
Kinder verwenden Computer überwiegend, um damit Computerspiele zu spielen. Mittlerweile werden Spiele mit unterschiedlichen Zielen angeboten. So etwa solche, bei denen es um die Reaktionsgeschwindigkeit des Spielers geht (z.B. Wettrennen), bei anderen geht es darum, eine Lösung für ein vorgegebenes Problem zu finden. Schließlich gibt es noch eine dritte Spielegruppe, bei der Geschichten vorgegeben werden und der Spieler in den Ausgang der Geschichte eingreifen kann.
Mit zur Faszination an Computerspielen trägt sicher bei, dass jeden Tag das Geschehen im Spiel neu gestartet werden kann und ebenso, dass immer etwas Neues und Aufregendes passiert. Beides ist im realen Leben in dieser Form nicht möglich.

Klare Regeln
Sobald sich ein Kind für den Computer interessiert, sollte ihm der Zugang dazu jedoch ermöglicht werden. Sinnvoll ist der Zugang und Umgang mit dem PC etwa ab Beginn der Volksschule. Interesse und Neugier des Kindes sind natürlich Voraussetzung!
Für die Nutzung des Computers sollten ebenso wie beim Fernsehkonsum klare Regeln aufgestellt werden. Was, wenn Ihr Kind noch überhaupt kein Interesse am Computer zeigt? Als Eltern sollten Sie froh sein, wenn Ihr Kind sich nicht gleich auf jedes neue Medium stürzt. Um den Kontakt mit diesem Medium kommt letztendlich aber niemand mehr herum.

Autorin: Mag. Sonja KARGL, Klinische- und Gesundheitspsychologin, Graz


Aktualisiert am: 13.02.2008 16:32
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