Kinder bei Tisch

„Nein, ich esse nicht, meine Suppe ess’ ich nicht!“ Dieser Satz aus dem Struwwelpeterbuch von Wilhelm Busch ist vielen von uns aus der eigenen Kindheit sicherlich in guter Erinnerung.
Solange Kinder abwechslungsreich essen, sollten Sie nicht darauf bestehen, dass sie Nahrungsmittel probieren, die sie einfach überhaupt nicht mögen.
Solange Kinder abwechslungsreich essen, sollten Sie nicht darauf bestehen, dass sie Nahrungsmittel probieren, die sie einfach überhaupt nicht mögen.
Mahlzeiten sind in unserer geschäftigen Zeit eine ideale Gelegenheit für alle Familienmitglieder zusammenzukommen und sich zu treffen. In Familien beschränken sich die Zeiten der gemeinsamen Mahlzeiten unter der Woche oftmals auf morgens oder abends. Am Wochenende ist dann hoffentlich Zeit, dass alle die gemeinsame Zeit beim Essen so richtig genießen können. Ein liebevoll gedeckter Tisch mit Kerzen, Servietten, dem „guten Geschirr“, angenehmer Musik und einem selbst gebackenen Kuchen oder einer herzhaften Jause. Was will man mehr? Klingt doch sehr einladend!

Jede Mahlzeit eine Nervenprobe?
Familie noch keinen Sinn für Essen mit Genuss haben, sich nicht benehmen oder einfach nichts essen wollen.
Je nach Alter des Kindes können die bei Tisch auftretenden unerfreulichen Situationen variieren. Haben Sie ein Kleinkind so etwa mit einem Jahr zuhause, muss es erst lernen selbstständig zu essen. Die etwas größeren Kinder, ab etwa 3 Jahren, können dann schon alleine essen, wollen aber nicht an den Tisch kommen, schaffen es noch nicht, länger sitzen zu bleiben und Ähnliches mehr.

Wie Schwierigkeiten beim Essen vermeiden?

  • Führen Sie feste Essensgewohnheiten ein ­– gegessen und getrunken wird nur an einem bestimmten Platz und zu vereinbarten Zeiten. Nicht jeder kann einfach was und wann er will essen.
  • ­Sagen Sie Ihrem Kind rechtzeitig, wenn das Essen fast fertig ist. So bekommt es die Möglichkeit, sein gerade noch laufendes Spiel zu beenden. l 2–3 allgemeine Regeln, die vor dem Essen aufgestellt werden, erleichtern die Mahlzeit z.B. „Schluck hinunter, bevor du sprichst!“
  • Situationen, wie Streit mit den Geschwistern oder wiederholtes Aufstehen, können Sie nur schwer übersehen – sagen Sie Ihrem Kind nicht, was es nicht tun soll, (z.B. „Hör jetzt endlich auf mit dem Sessel zu schaukeln“), sondern was es tun SOLL, z.B. „Setz dich jetzt auf den Sessel“. Für’s Befolgen vereinbarter Regeln gibt es eine Belohnung, z.B. eine Geschichte vorlesen oder ein gemeinsames Spiel.
  • Lob nicht vergessen!


Mit diesen Anregungen wünsche ich Ihnen entspannte, genussvolle Mahlzeiten im Kreise Ihrer Lieben!

Autorin: Mag. Sonja KARGL, Kinder- & Familienpsychologin, Graz


Aktualisiert am: 17.02.2010 16:02
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