Ketose – die bedeutendste Stoffwechselerkrankung der Milchkuh

Um den Zeitpunkt der Abkalbung und in den folgenden ersten 6–8 Wochen der Laktation sind Milchkühe besonderen Belastungen ausgesetzt, welche zu einem vermehrten Auftreten von Stoffwechselerkrankungen, insbesondere der Ketose führen können. Im Beitrag werden Ursachen, Auswirkungen, Behandlungs- und Vorbeugemaßnahmen der Ketose erläutert.


Besonders Hochleistungskühe kommen schnell in einen Energiemangel.
Besonders Hochleistungskühe kommen schnell in einen Energiemangel.
Durch eine entsprechende Fütterung der altmelkenden und trockenstehenden Kühe muss die optimale Körperkondition vor der Abkalbung angestrebt werden. Ziel der Maßnahmen im Bereich der Fütterung der laktierenden Kuh muss sein, dass bei Ausschöpfung des genetisch bedingten Leistungspotentials die Diskrepanz zwischen Nährstoffbedarf und Nährstoffaufnahme so gering wie möglich gehalten wird. Dazu muss die Ration eine gewisse Mindestenergiedichte aufweisen (hohe Grundfutterqualität und entsprechende Kraftfutterergänzung), und es muss alles vermieden werden, was die Kühe daran hindert, die maximale Menge an Trockenmasse aufzunehmen. Auch durch Optimierung des Kuh-Komforts kommt es bei den Tieren zu einer verbesserten Futteraufnahme und damit zu einer Verminderung der Stoffwechselbelastungen. Der Gefahr der Entstehung einer Pansenübersäuerung sollte besonderes Augenmerk geschenkt werden. Erst wenn diese Forderungen nach einer wiederkäuer- und leistungsgerechten Fütterung erfüllt sind, kann in Ketose-Problembetrieben über den vorbeugenden Einsatz von Propylenglykol und von anderen Ergänzungsfuttermitteln nachgedacht werden.

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Aktualisiert am: 06.05.2004 11:20
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