Kein europäisches Einheitsschwein in Sicht

Europas Schweineproduktion weist große Unterschiede auf, die Länder mit vergleichsweise kleinen Strukturen, wie etwa Österreich, stark unter Druck setzen.
Während es beispielsweise unter den 40.000 Schweinehaltern in Österreich nur 20 Betriebe mit mehr als 2000 Schweinen gibt (bei insgesamt 3,3 Mio. Schweinen in Österreich), bestehen in Asien und Südamerika "Monsterbetriebe", wo zwischen 10.000 und 100.000 Schweine in einem System gehalten und dann zum Schlachthof geliefert werden.

Europa unter hohem Wettbewerbsdruck

"Durch Länder außerhalb Europas, die niedrigere Produktionskosten haben und in denen Tierschutz keine Rolle spielt, stehen wir in Europa unter sehr hohem Wettbewerbsdruck", betonte Per Bach Laursen, bis Anfang Juni Präsident der "European Pig Producers" (EPP), der Europäischen Vereinigung der Schweineerzeuger, beim diesjährigen EPP-Jahreskongress vor Kurzem in Graz.

Um diese Herausforderung zu bewältigen, "müssen wir in Europa zusammenhalten und unsere Branche gemeinsam weiterentwickeln. Dabei sind wir stark davon abhängig, dass die europäischen Konsumenten auch europäisches bzw. regionales Schweinefleisch kaufen wollen".

Kein europäisches Einheitsschwein in Sicht

Da die Verbrauchsgewohnheiten in den verschiedenen Ländern durchaus unterschiedlich sind, "wird es auch in Zukunft kein europäisches Einheitsschwein geben", ist der Geschäftsführer des OÖ. Schweinezuchtverbands, Peter Knapp, überzeugt: "Für grundsätzliche Marktanforderungen und züchterische Erfolge" müssen seiner Ansicht nach folgende Voraussetzungen gelten: beste Fruchtbarkeit, hohe Tageszunahmen, Einheitlichkeit in den Schlachtprodukten und geringe Ausfälle. Bei der Ausrichtung des Zuchtziels stehen zurzeit die Senkung der Produktionskosten im Vordergrund. Die Schweinezucht müsse sich voll am Markt ausrichten (Quelle: Bauernzeitung).


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Aktualisiert am: 23.06.2009 21:45
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