Kein Platz für Gentechnik in der Steiermark

Landesrat Johann Seitinger hat im Dezember des Vorjahres in Kooperation mit der Bio Ernte Steiermark und der Landwirtschaftskammer Steiermark das Projekt Landkarte für eine gentechnikfreie Steiermark ins Leben gerufen.
Ing. Herbert Kain, Obmann der Bio-Ernte-Steiermark, Landesrat Johann Seitinger und Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski präsentierte die Landkarte für eine gentechnikfreie Steiermark.
Ing. Herbert Kain, Obmann der Bio-Ernte-Steiermark, Landesrat Johann Seitinger und Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski präsentierte die Landkarte für eine gentechnikfreie Steiermark.
Die gentechnikfreie Landkarte ist ein Schulterschluss zwischen konventioneller Landwirtschaft und Biolandwirtschaft und soll zeigen, dass eine Koexistenz - also das Nebeneinander von konventioneller Landwirtschaft, Biolandwirtschaft und GVO-Anbau* - in unserer klein strukturierten steirischen Landwirtschaft nahezu unmöglich ist. In der Landkarte wurden alle landwirtschaftlichen Betriebe mit ihren Flächen, die eine Verzichtserklärung unterschrieben haben, sowie alle naturschutzrelevanten Flächen (Europaschutzgebiete, Naturschutzgebiete, Naturparke und der Nationalpark Gesäuse) und den sie umgebenden Schutzzonen eingezeichnet.

Netz an bewussten Freiheiten
Die aktuelle Landkarte zeigt jene Betriebe, die mit Stand Oktober 2007 freiwillig auf den Anbau und die Aussaat verzichten. 4.171 Betriebe mit über 101.000 Grundstücken sind es bereits, freut sich Landesrat Johann Seitinger: „Da die Landkarte laufend aktualisiert wird, haben alle Landwirte auch weiterhin die Möglichkeit eine Verzichtserklärung zu unterschreiben. Jede Verzichtserklärung bringt uns unserem gemeinsamen Ziel einer flächendeckenden Gentechnikfreiheit in der Steiermark einen Schritt näher und soll auch als Beispiel zur Nachahmung für andere Bundesländer dienen“.

Gentechnikfreiheit als Chance
„Unser Ziel ist es, dass sich die heimische Landwirtschaft durch die Gentechnik-Freiheit international profiliert und so wichtige Nischenmärkte erobert“, gibt Landesrat Seitinger die Richtung vor. Bestes Beispiel dafür ist die Mais-Saatgutvermehrung in der Südoststeiermark. Aufgrund der garantierten Gentechnik-Freiheit haben internationale Saatgut-Konzerne die Vermehrungsflächen zwischen 1999 und 2007 von 452 auf 1053 Hektar ausgeweitet. Mit davon rund 300 Hektar ist die Steiermark Europas größter Bio-Saatgutvermehrer.

Verzichtserklärungen können Sie von der Homepage www.ernte-steiermark.at herunterladen sowie bei Bio Ernte Steiermark (Tel.: 0316/8050-7141, Fax: 0316/8050-7140, E-Mail: martin.gruber@ernte.at) Krottendorferstraße 81, 8052 Graz, anfordern.


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Aktualisiert am: 18.11.2007 21:33
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