Kastenstand-Demo: Bauern konfrontieren Minister Stöger

Nach der Großkundgebung in der vergangenen Woche gingen die Schweinebauern erneut auf die Straße. Dabei wurde eine Petition an Gesundheitsminister Alois Stöger übergeben.
Bundesminister Stöger stellte sich in Gallneukirchen den Demonstranten.
Bundesminister Stöger stellte sich in Gallneukirchen den Demonstranten.
Rund 300 Schweinebauern aus Oberösterreich und dem benachbarten Niederösterreich machten am 16. September im Zuge einer Demonstration in Gallneukirchen auf die dramatische Situation der Schweinebauern aufmerksam. An Gesundheitsminister Alois Stöger, der zur Eröffnung einer regionalen Wirtschaftsmesse geladen war, wurde dabei eine Petition übergeben. Die Bauern forderten Stöger auf, bei den weiteren Verhandlungen auf den Kompromissvorschlag der landwirtschaftlichen Interessensvertretung einzugehen. Dieser beinhaltet eine Reduktion der Tage, an denen die Zuchtsau im Kastenstand steht, von derzeit durchschnittlich 157 Tage pro Jahr auf 98.

Vorschlag wird ignoriert
Die Reduktion der „Kastenstand-Tage“ basiert vorwiegend auf der Zeit nach dem Absetzen. Diese durchschnittlich 35 Tage sollten nach dem Vorschlag der Landwirtschaft auf 10 Tage reduziert werden. Auch die Aufenthaltsdauer vor der Abferkelung im Ferkelschutzkorb soll um einen Tag reduziert werden.
Die Bauern forderten Stöger auf, auf den Kompromissvorschlag der landwirtschaftlichen Interessenvertretung einzugehen.
Die Bauern forderten Stöger auf, auf den Kompromissvorschlag der landwirtschaftlichen Interessenvertretung einzugehen.
Bisher wurde dieser Kompromissvorschlag der Landwirtschaft, der laut Johann Stinglmayr (VÖS) am 22. Juni offiziell im Rahmen eines Gesprächs mit führenden Beamten des Gesundheitsministeriums eingebracht worden ist, von Gesundheitsminister Stöger ignoriert. Auch im Rahmen seiner kurzen Ansprache an die demonstrierenden Schweinebauern behauptete Stöger, dass bis dato vom Landwirtschaftsministerium noch kein Gegenvorschlag zu seinem Verordnungsentwurf eingebracht worden sei.

Gespräche wieder aufgenommen
Durch die beiden Kundgebungen in Ried und Gallneukirchen (organisiert von OÖ Bauernbund, VLV und VÖS) sowie der Öffentlichkeitsarbeit des VÖS im Zuge des Erntedankfests am Wiener Heldenplatz wurde die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisiert. Die von Bundesminister Stöger abgebrochenen Verhandlungen über die Verwendung des Ferkelschutzkorbs in der Zuchtsauenhaltung scheinen nun nach den massiven Protesten wieder in Gang zu kommen. Man hört, dass auf Beamtenebene wieder Gespräche aufgenommen worden sind.

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Aktualisiert am: 17.09.2011 12:27
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