Kastanienminiermotten: Was können Sie tun?

Mit Beginn des Frühjahrs treiben auch die Blüten der Rosskastanien aus. Doch die Freude währt mancherorts nur kurz. Die Kastanienminimiermotte schwächt seit Jahren die heimischen Kastanienbäume.
Blätter einer durch die Minimiermotte geschädigten Rosskastanie. Foto: SDW
Blätter einer durch die Minimiermotte geschädigten Rosskastanie. Foto: SDW
Im Frühjahr ist die letzte Gelegenheit, die Vermehrungskette des Insektes für die diesjährige Vegetationsperiode wirksam zu unterbrechen. Zeitgleich mit der Kastanienblüte fliegt die erste Generation der Kastanienminiermotte aus. Das eingewanderte Insekt verursacht die frühe Blattfärbungen an den Kastanien und lässt diese Bäume bereits im Spätsommer an vielen Orten so erscheinen, als wären sie vertrocknet. Auch wenn die Kastanienbäume nicht direkt absterben, werden sie doch über die Jahre durch den starken Befall mit der Kastanienminiermotte geschwächt und dann anfälliger für Bakterien, Pilze etc.

Gegen die Massenvermehrung

Die Puppen der letzten Generation Jahr zuvor überwintern im Kastanienlaub. Hier kann der Mensch helfen, das natürliche Gleichgewicht positiv zu beeinflussen. Da die Kastanienminiermotte in Europa nicht heimisch ist, hat sie keine natürlichen Feinde und kann sich so massenhaft vermehren. Der Mensch jedoch kann als Gegenspieler zur Kastanienmiermotte und ihrem massenhaften Verbreiten wirken. Der lange Winter hat der Motte im Übrigen nichts anhaben können, denn wie andere Insekten verfügt sie über einen natürlichen Frostschutz im Körper. Jedoch werden die Motten dieses Jahr ca. 3–4 Wochen verspätet ausschlüpfen, so dass es wahrscheinlich in diesem Jahr eine Generation Kastanienminiermotten weniger als maximal möglich geben wird.

Maßnahmen um Kastanien zu helfen

Wer den Kastanien noch Gutes tun will, kann auch noch im Frühjahr zum Laubbesen greifen und das Kastanienlaub entfernen. Dieses sollte kompostiert (die Temperaturen auf dem Kompost zuhause reichen jedoch nicht aus) oder verbrannt bzw. in mind. 30 cm Tiefe vergraben werden.

Wer darüber hinaus noch etwas tun möchte, kann von Anfang bis Ende Mai in ca. 1,5–2 m Höhe am Kastanienstamm eine Leimbinde (wie bei Obstbäumen üblich) anbringen. Damit fängt man während des Paarungsspiels fast 50 % der Motten aus der ersten Generation.
Und man kann und sollte auch Nistkästen in seinem Garten aufhängen. Insbesondere für die Blaumeisen, denn diese haben die Kastanienminiermotte mit auf ihren Speiseplan genommen.

Weitere Infos bietet die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald an.

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Aktualisiert am: 22.04.2013 08:17
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