Kartoffel: Die besten Flächen für die dicksten Knollen

Die Kartoffel zählt zu den Kulturen mit den höchsten Einkommensbeiträgen. Dass dies auch 2008 so bleibt, sollten Sie für Anbauplanung, Fruchtfolgegestaltung, Wahl des Pflanzgutes und der Düngung die Erfahrungen der letzten Jahre berücksichtigen.
Beim Bezug der Pflanzkartoffeln sollte die Identität und die Knollenqualität geprüft werden.
Beim Bezug der Pflanzkartoffeln sollte die Identität und die Knollenqualität geprüft werden.
Die Anbauplanung sollte mit einem kritischen Rückblick auf das vergangene Anbaujahr beginnen. Hat sich der Kartoffelanbau betriebswirtschaftlich gelohnt oder gibt es lukrativere Alternativen? Ist eine Alternative auch möglicherweise der Ausstieg aus dieser Produktionsrichtung? Oder gibt es Ansätze, die Produktion rentabler zu gestalten?

Fruchtfolge und Schlagauswahl
Der Anbau der Kartoffeln ist begleitet von einer Vielzahl von anbau- und kartoffelspezifischen, pilzlichen und bakteriellen Krankheitserregern wie Rhizoctonia, Silberschorf, Schorf, Colletottrichum, Vertcillium, Alternaria, Kraut- und Braunfäule oder auch die Schwarzbeinigkeit, die den Ertrag deutlich - und im Berufsalltag schon unbemerkt - schmälern. Diese Krankheitserreger treten je nach Situation (Anbaubedingungen, Witterung etc.) immer gemeinsam auf, manchmal dominiert der eine oder andere Erreger. Alle haben eine Eigenschaft gemeinsam: Sie überdauern im Boden meist über mehrere Jahre und warten nur auf die günstige Gelegenheit für ihr Wachstum durch einen möglichst häufigen Kartoffelanbau – oder auch Durchwuchs - auf demselben Schlag. Den Ertragsverlust allein durch zu eng gestellte Fruchtfolge kann man in der Praxis – abgesehen von den Verlusten der äußeren und inneren Knollenqualität - mit ca. 200 dt/ha veranschlagen. Diese Fruchtfolgekrankheiten mindern den genetisch fixierten Ertrag um ¼ bis 1/3. Daher lohnt es sich, für den Anbau die Schlagauswahl sorgfältig zu planen und die Kartoffel in der Fruchtfolge am besten erst alle 6 Jahre oder noch später wieder auf dem gleichen Feld anzubauen. Die weitgestellte Fruchtfolge ist ein hocheffizientes Produktionsmittel. Ein Flächentausch mit Nachbarbetrieben ist bei intensivem Anbau das Mittel der Wahl.
Und das sollte auch nicht vergessen werden: Da die Kartoffel zu den Kulturen mit den höchsten Betriebseinkommen je ha zählt, sollte bei der Schlagauswahl für den Kartoffelanbau der Vorzug für den günstigsten Standort gegeben werden.

Pflanzgut
In den Wintermonaten sollte auch das Pflanzgut, soweit es im eigenen Betrieb erzeugt oder auch bereits zugekauft wurde, regelmäßig auf Frostsicherheit und Fäulnis aber auch auf das Keimverhalten kontrolliert werden. Die Knollen sollen gesund und nicht welk sein und möglichst keinen Besatz an Rhizoctonia-Pusteln, Silberschorf und Colletotrichum aufweisen. Die Keime sollen die Keimstimmung zu erkennen geben. Beim Pflanzgut-Kauf ist zu bedenken: Größere Knollen (50 – 60 mm) haben eine höhere Triebkraft als kleine von 28 bis 35 mm und die Pflanzen sind daher 4 bis 5 Tage eher aufgegangen und haben zudem deutlich mehr – fast die doppelte Anzahl an Stängeln, was zwar für die Ertragssicherheit, nicht aber immer für höhere Erträge sorgt . Damit ist auch ein Mehr an Ertragssicherheit geboten. Nachteil: Höherer Pflanzgutbedarf.
Das Beizen des Pflanzgutes ist nur dann sinnvoll, wenn es von den entsprechenden Pilzen, gegen die das Beizmittel wirkt, auch befallen ist. Entsprechende mehrjährige Versuche belegen, dass bei gesundem Pflanzgut auf die Beizung durchaus verzichtet werden kann.

Autor: Dr. sc. agr. Albrecht NITSCH, Bremervörde (D)


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Aktualisiert am: 25.01.2008 11:23
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