Kartoffel: Bekämpfung von Phytophthora und Alternaria

Wie für alle Pilz-Krankheiten gilt, dass ein vorbeugender Einsatz von Fungiziden noch immer die sicherste Maßnahme vor bösen Überraschungen ist. Ein Stolperstein können die IP- Auflagen sein.
Seit mehreren Jahren werden Computermodelle zur Errechnung der Infektionsgefahr unter Einbeziehung genauer Feldkontrollen verwendet. Sie können unter www.isip.at das österreichische Kartoffelbaugebiet nach dem aktuellen Infektionsrisiko abfragen.
Seit mehreren Jahren werden Computermodelle zur Errechnung der Infektionsgefahr unter Einbeziehung genauer Feldkontrollen verwendet. Sie können unter www.isip.at das österreichische Kartoffelbaugebiet nach dem aktuellen Infektionsrisiko abfragen.
Im letzten Jahr war der Krankheitsdruck bei Erdäpfeln vielfältig. Bei häufigem Regen war die Kraut- und Knollenfäule, bei Trockenheit eher Alternaria ein Thema. Zusätzlich hat die warm-feuchte Witterung auch für die Verbreitung von Bakteriosen gesorgt.

Kraut- und Knollenfäule
Die Erkrankung wird anfänglich durch ölige, durchscheinende Flecken an den Blättern sichtbar. Blattunterseits bilden sich später weiße Pilzrasen an der Grenze zum gesunden Blatt. Aber nicht nur das Blatt, auch die Stängel werden oft befallen und verfärben sich braun. Ist die Krankheit sichtbar, können diese Pflanzen praktisch nicht mehr geheilt werden und sind für den Bestand eine latente Infektionsgefahr bei jedem Regenwetter. Abstoppspritzungen mit Kombinationen von systemischen Mitteln (Gruppe A, B) und sporentötenden Kontaktmitteln reduzieren das Pilzwachstum teilweise, verursachen aber sehr hohe Kosten, weil sie nach 4 Tagen wiederholt werden müssen. Wer von vornherein nichts „anbrennen“ lässt, fährt zuletzt sicherer und günstiger.

Zeitpunkt für Bekämpfung
Kontrollieren Sie Ihr Feld schon vor Reihenschluss auf kranke Pflanzen und beseitigen Sie diese. Denn Ausgangspunkt für die Infektion am Feld sind einerseits verbliebene Knollen vom Vorjahr, oder latent infizierte Saatknollen. Diese weisen beim Legen keine Befallsmerkmale wie eingesunkene Flecken, Fleischverfärbungen oder Fäule auf. Im Laufe des Frühjahrs wächst der Pilz in den Trieben mit. Überschreitet die Negativprognose (nach Ullrich und Schrödter) den Wert 150 – diese Zahl ist eine Funktion von Temperatur und Feuchtigkeit – kann von diesen Pflanzen eine Infektion ausgehen. Dieser Wert war lange Jahre Startsignal für den vorbeugenden Bekämpfungsbeginn mit Belagsfungiziden. Entscheidend für die Intensität der Erstinfektionen sind der Befallsgrad des Saatgutes und die Witterungsbedingungen, welche die Durchseuchung fördern. Besonders nasse Stellen können Infektionen gesunder Knollen durch benachbarte kranke Pflanzen über das Bodenwasser auslösen. Steigt der Prognosewert langsam an, ist kein epidemisches Auftreten zu erwarten. Versuchen Sie ca. 14 Tage vor dem kritischen Wert von 150 den Pilz in seiner Latenzphase mittels systemisch wirkender Fungizide an der Ausbreitung in der Pflanze zu hindern, bzw. ihn abzutöten. Dies kann nur durch systemisch wirkende Fungizide, welche auch knollenwärts transportiert werden (Gruppe A), erfolgen, sofern keine Resistenz vorliegt. Durch eine Sanierung bzw. Reduktion des Ausgangsbefalles kann somit eine Verlangsamung der Durchseuchung erzielt werden. Für Propamocarb (in Tattoo), welches auch vollsystemisch ist, liegen dazu leider keine Ergebnisse vor.

Reine Alternaria-Mittel
In Gebieten, welche stärker zu Trockenheit als Regen neigen, haben sich in den letzten Jahren besonders die folgenden beiden Präparate als die stärksten gegen Alternaria erwiesen: Ortiva (Azoxystrobin), ein Strobilurin-Präparat mit maximal 3 Behandlungen in 14 – 28-tägigem Abstand. Signum (Boscalid mit Pyraclostrobin), eine Strobilurin-Kombination.

Autor: DI Peter KLUG, LK Steiermark


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Aktualisiert am: 06.05.2010 15:02
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