Kalbkomfort - worauf kommt es an?

In der Schweiz gilt Kalbfleisch als ein Premium Produkt. Eine gesunde und tiergerechte Haltung ist Voraussetzung dafür.
Die Gruppenhaltung von Kälbern auf Tiefstreu im Kaltstall wird immer häufiger.
Die Gruppenhaltung von Kälbern auf Tiefstreu im Kaltstall wird immer häufiger.
Die Gruppenhaltung auf Tiefstreu in Kaltställen und die Haltung in Iglus sind gute Alternativen und setzen sich in der Schweiz immer mehr durch. Tiefe Wintertemperaturen überfordern das Anpassungsvermögen der Kälber nicht. Allerdings ist der Kaltstall an einem Ort anzulegen, wo die Sonne mindestens in den Auslauf scheint. Kälber benötigen auch genügend Platz, nicht nur zum Liegen, sondern auch zum Spielen. Dazu sind je nach Gruppengröße etwa drei bis vier Quadratmeter Fläche pro Kalb notwendig, wobei auch die Auslauffläche eingerechnet ist.

Dairy-ranching hilft gegen Besaugen
Kälber sind soziale Tiere. In der Schweiz verlangt deswegen die Tierschutzverordnung, dass Kälber ab einem Alter von zwei Wochen in Gruppen gehalten werden. Bei der mutterlosen Aufzucht besteht dann allerdings die Gefahr, dass die Kälber sich gegenseitig besaugen. Dieses Verhalten lässt sich reduzieren, indem man den Kälbern die Milch an Saugnippeln mit großem Saugwiderstand anbietet, ihnen genügend Zeit zum Saugen gibt und die Portionen eher klein hält. Einen positiven Einfluss hat auch ein frühes Angebot von Kraftfutter und einem Auslauf, der die Tiere vom Besaugen ablenkt. Eine neue Lösung für die Kälberhaltung auf Milchviehbetrieben könnte das Dairy-ranching sein, das den Kälbern erlaubt, eine Zeit lang bei ihren Müttern zu saugen. Es handelt sich um eine Kombination von Milch- und Fleischproduktion, die von kanadischen Farmern erfolgreich angewandt wird. Auch in der Schweiz gibt es einen Milchviehbetrieb, in dem schon seit vielen Jahren die jungen Kälber vor den Melkzeiten zur Mutter in den Laufhof dürfen. Wissenschaftliche Untersuchungen sollen zeigen, ob solche tierfreundlichen Verfahren möglich sind, ohne sich negativ auf Eutergesundheit und Milchqualität auszuwirken.



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Aktualisiert am: 28.06.2004 13:00
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