Kälber in den ersten Wochen ad libitum tränken

Die meisten Kälber auf Milchviehbetrieben werden mit einer begrenzten Milchmenge gefüttert. Bei keinen anderen Haustierarten würde man auf die Idee kommen, sie in den ersten Wochen mit einem reduzierten Nährstoffangebot zu versorgen. Mittlerweile füttern auch einige Milchbauern ihre Kälber ad libitum – mit Erfolg.
Solange die Kälber in Einzelhaltung gehalten werden, ist eine ad libitum-Tränke problemlos möglich.
Solange die Kälber in Einzelhaltung gehalten werden, ist eine ad libitum-Tränke problemlos möglich.
Eine ad libitum-Tränke – das heißt, die unbegrenzte Aufnahmemöglichkeit von Milch in den ersten Lebenswochen – ist für Kälber derzeit noch kein Standard. Das Verfahren hat sich aber im Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp und mittlerweile auch in vielen Milchviehbetrieben bewährt. Die ad libitum-Tränke von Milch ist nicht neu, sie wurde jedoch in den zurückliegenden Jahren nur noch in sehr seltenen Fällen durchgeführt.

Ad libitum ab der Geburt
In den 1970er- und auch noch 1980er-Jahren wurde in vielen Betrieben eine ad libitum-Sauertränke praktiziert. Eine richtige ad libitum-Tränke war es jedoch nicht, da durch die starke Ansäuerung die Milchaufnahme begrenzt werden sollte. Heute säuern wir die Milch ebenfalls an, allerdings nur sehr schwach, auf einen pH-Wert von 5,5, um eine mögliche Vermehrung von Kolibakterien zu verlangsamen. Die ad libitum-Tränke beginnt bereits in der Abkalbebucht. Dort bekommen die Kälber das Erstgemelk unmittelbar nach der Kalbung angeboten. Die Menge darf nicht begrenzt werden. Sobald das Kalb an den Nuckel angelernt ist, bleibt der Eimer bis zur nächsten Melkzeit an der Kälberbox hängen und wird erst dann mit frischer und wieder warmer Milch ersetzt. Es ist darauf zu achten, dass möglichst ein Rest Milch im Eimer verbleibt, damit das Kalb nicht die Erfahrung macht, dass die Milchmenge begrenzt ist.

Den gesamten Artikel können Sie in der Ausgabe 17/2012 unserer Fachzeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt" nachlesen.

Autor: Dr. Hans-Jürgen KUNZ, LK Schleswig-Holstein (D)

Weiters in dieser Ausgabe:
- Reportage: Fleckviehzucht und Schule am Bauernhof
- Wirtschaftlichkeit der Mutterkuhhaltung


Aktualisiert am: 23.08.2012 13:07
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