Jungwüchse auf Sturmflächen pflegen!

Rechtzeitige und intensive Maßnahmen der Jungwuchs- und Dickungspflege sind ein Gebot der Stunde. Sonst entstehen Wälder mit reduzierter Leistungskraft und geringer Stabilität.

Zur Waldpflege gehört auch das Freischneiden.
Zur Waldpflege gehört auch das Freischneiden.
In unbehandelten, baumzahlreichen Fichten-Verjüngungen führt die starke Konkurrenz selbst bei den herrschenden Fichten zu einer gegenüber optimalen Verhältnissen deutlich verzögerten Durchmesserentwicklung. Daraus ergeben sich folgende negative Konsequenzen:

· das Durchmesserpotential der Hauptzuwachsträger wird nicht ausreichend genutzt. Spätere Eingriffe mögen solche ungünstigen Entwicklungen zwar abbremsen; sie können jedoch in der Jugendphase entstandenen Verluste nicht mehr rückgängig machen;

· die angestrebten Dimensionsziele sind erst bei größeren Baumhöhen (Altern) erreichbar, in denen die Sturmgefährdung der Bestände überproportional ansteigt und die Fichten aufgrund der verlängerten Produktionszeit verstärkt auch anderen Risikofaktoren ausgesetzt werden;

· die aufgrund starker Konkurrenz auch bei den herrschenden Fichten zu beobachtenden hohen H/D-Werte weisen nachdrücklich darauf hin, dass die Entwicklung der Bewurzelung und der Standfestigkeit beeinträchtigt ist.

· der Verzicht auf einen anfänglichen Wachstumsimpuls durch frühzeitige Reduktionen führt in baumzahlreichen Verjüngungen zu empfindlichsten Einbußen bei der Wertleistung. Die Leistungsverluste durch versäumte Jungbestandspflege werden besonders deutlich, wenn Risiken durch Sturm in die Beurteilung mit einbezogen werden.

Autor: Dr. Ulrich KOHNLE, Freiburg


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Aktualisiert am: 28.12.2005 15:35
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