Jungsauen-Zukauf oder Eigenremontierung?

Der häufigste Grund für die Eigenremontierung von Jungsauen ist die Einschränkung des Tierverkehrs. Welches System für einen Betrieb das optimale ist, bedarf einer betriebsindividuellen Prüfung.
Aus den verschiedenen Systemen der Eigenremontierung und dem Zukauf ergeben sich Vor- und Nachteile. Bei Eigenremontierung besteht die Gefahr des Verlustes von Heterosiseffekten. Daneben müssen die nicht zur Remontierung verwendeten Börge vermarktet werden. „Der Ferkelerzeuger mit Eigenremontierung muss sich darüber im Klaren sein, dass sein langfristiges Leistungsniveau stark von seinen züchterischen Fähigkeiten und seiner Selektionsschärfe abhängig ist. Es ist angeraten, dass die Zahl der zur Remonte möglichen Sauen den Bedarf soweit überschreitet, dass maximal rund 60 % selektiert werden müssen, um überhaupt Fortschritt zu erzielen.“

Grundsätzlich sind in der Praxis drei gängige Systeme für die Eigenremontierung zu finden:

Reinzuchtherde mit Zukauf der Großelterntiere
Bei diesem System lassen sich die Heterosiseffekte nutzen. Die Endprodukte sind einheitlich. Der Zuchtfortschritt ist über den Eber sowie die zugekauften Großelterntiere gesichert.

Reinzuchtherde mit eigener Remonte
Auch hier sind einheitliche Endprodukte bei Nutzung der Heterosiseffekte das Resultat. Um einen möglichst hohen Zuchtfortschritt zu erzielen, müssen die Jungsauen streng selektiert werden. Der Einkauf des Zuchtfortschritts nur über die Eberseite reicht nicht aus, um langfristig mit dem Zukauf von Jungsauen mithalten zu können.


Zwei- oder Dreilinien-Wechselkreuzung
Dieses System bietet sich für kleine Betriebe an und erfordert eine strenge Selektion der Jungsauen, um einen Zuchtfortschritt zu realisieren. Ebenso wie bei der Reinzuchtherde mit eigener Remonte stellt der mangelnde Zuchtfortschritt nur über den Eber ein Problem dar.
Wichtiges Selektionskriterium für Jungsauen ist die Wurfqualität, die für die Remonteanpaarungen im dritten und folgenden Würfen herangezogen werden sollte.

Genauere Informationen zu den verschiedenen Eigenremontierungskonzepten finden Sie unter folgendem Link: Eigenremontierung: (K)ein Erfolgsrezept für Sauenhalter

(Quelle: deuka.de - Vortrag von Prof. Dr. Martin Wähner, Hochschule Anhalt, Bernburg, auf dem 16. Mitteldeutschen Schweine-Workshop in Bernburg)


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Aktualisiert am: 11.07.2010 22:31
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