Jungsauen: Gute Fundamente für die „Kronjuwelen“

Wenn eine Sau das Ziel von 100 Ferkeln erreichen soll, sind unverletzte Klauen und Gelenke sowie trainierte Muskeln und Bänder eine wichtige Voraussetzung.
Jungsauen brauchen gute Fundamente, wenn sie als „Kronjuwelen“ zum Sauenbestand kommen. „Der große Anteil an Ferkelerzeugern, der über Fundamentschwierigkeiten bei den Sauen klagt, verdeutlicht, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.“ Wer kurzfristig für Abhilfe sorgen will, ändert einige Faktoren in Haltung und Aufzucht.


Gesunde Klauen und Gelenke und tainierte Muskeln und Bänder

Jungsauenaufzüchter haben über das Haltungsmanagement und die Fütterung gute Möglichkeiten, für gesunde Fundamente und damit langlebige Sauen zu sorgen. Wenn eine Sau das Ziel von 100 Ferkeln erreichen will, sind unverletzte Klauen und Gelenke sowie trainierte Muskeln und Bänder eine wichtige Voraussetzung. Viel Bewegung in der Aufzucht ist also unabdingbar, wenn möglich auch im Auslauf an frischer Luft. „Ohne ein großzügiges Angebot an Platz und Beschäftigungamaterial - in der Regel Stroh – wird man allerdings die Jungsauen schwerlich zu genügend Aktivität bringen.“ Es hat sich bewährt, die Jungsauen spätestens mit fünf Monaten in die neue Herde einzugliedern. Der ruhige und freundliche Umgang mit den Jungsauen zahlt sich aus – die Tiere haben eine enge Beziehung zum Menschen, und lassen sich gut händeln.

Fundamentbeschaffenheit der Jungsauen in den Haltungssystemen

Das Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg hat in drei größeren Praxisbetrieben Untersuchungen zur Fundamentbeschaffenheit der Jungsauen in verschiedenen Haltungsverfahren durchgeführt. Es handelte sich um einen Betrieb mit Warmstall und Vollspaltenboden (0,9 m²/Jungsau), um einen Betrieb mit Warmstall und Teilspaltenboden (1,2 m²/Jungsau) und um einen Außenklimastall mit Tiefstreu (2,5 m²/Jungsau). Die wenigsten Fundamentschäden wiesen die Sauen im Außenklimastall mit Tiefstreu auf. „Im Gegensatz zum Teilspaltenbodenstall sind bei Vollspalten leichte und starke Wandhornrisse festzustellen. Darüber hinaus treften hier Wandhornabschürfungen mit einem Anteil von 35 % im Vergleich zu 6 % im Teilspaltenbodenstall auf.“ Beim Auftreten von verdickten Gelenken schnitt der Vollspaltenboden ebenfalls schlechter ab. Nachteil des Tiefstreulaufstalles sind die etwas zu langen Stallklauen.

Mehr Informationen und viele Bilder von der erwähnten Untersuchung finden Sie unter folgendem Link: Klauengesundheit bei Jungsauen in verschiedenen Haltungsverfahren

(Quelle: deuka.de - „Gut zu Fuß“ von Rudolf Wiedmann und Barbara Hahn in dlz primus Schwein 6/2010, S. 22 - 25)


Autor:
Aktualisiert am: 16.08.2010 18:33
Landwirt.com Händler Landwirt.com User