Jungsauen-Eingliederung: Achten Sie auf das Alter?

Eine systematische Jungsaueneingliederung ist der Schlüssel zu hohen Fruchtbarkeitsleistungen. Neue Untersuchungen belegen, dass neben dem Eingliederungsmanagement auch das Alter der Zuchtläufer beim Zukauf eine Rolle spielt.
Die älter zugekauften Jungsauen wiesen im Versuch eine um 7 Ferkel geringere Lebensleistung im Bezug auf die Anzahl lebend geborener Ferkel auf.
Die älter zugekauften Jungsauen wiesen im Versuch eine um 7 Ferkel geringere Lebensleistung im Bezug auf die Anzahl lebend geborener Ferkel auf.
Jungsauen sind bei der Eingliederung in den Altsauenbestand einem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Dieses äußert sich oft nicht durch klinische Symptome, eine negative Beeinflussung der Fruchtbarkeitsleistungen ist aber in vielen Fällen zu erkennen.

Späte Brunst
Hinweise darauf können ein später Pubertätseintritt (oft nicht erkannt, da nicht systematisch kontrolliert), eine niedrige Abferkelrate (unter 70 %), eine hohe Umrauscherquote (über 25 %) und das Auftreten von „Durchläufern“ (Sauen, die besamt wurden, nicht tragend sind, aber auch nicht umgerauscht haben) sein. Neuere Untersuchungen in 8 Ferkelerzeugerbetrieben an 711 Jungsauen ergaben, dass bis zu einem Lebensalter von 240 Tagen 8,3 % (4,7 bis 16 %) und bis zum Alter von 250 Tagen 4,5 % (1,5 bis 8,7 %) der Tiere keine Brunst gezeigt hatten.

Systematische Eingliederung
Daher ist eine systematische Eingliederung notwendig, um die Jungsauen allmählich an das neue Keimmilieu im aufnehmenden Betrieb zu gewöhnen. Die Eingliederungsphase sollte mindestens sechs Wochen betragen und in zwei Schritten – einer Isolations- und einer Akklimatisationsphase – vonstatten gehen.

Fazit
Um gesundheitlichen Störungen mit Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit nach der Eingliederung von Jungsauen vorzubeugen, gibt es eine wirksame Strategie, indem die Jungsauen etwa ein bis zwei Monate früher als bisher eingegliedert werden. Die Jungsauen haben dann mehr Zeit, sich allmählich an die neue Keimflora anzupassen. Im Ergebnis kann eine deutliche Verbesserung der Fruchtbarkeitsleistung erwartet werden. In den untersuchten Betrieben hatten Jungsauen mit einem Zukaufsalter von 4 bis 5 Monaten die beste Fruchtbarkeitsleistung bis zum zweiten Wurf. Das jüngere Zukaufsalter bedeutet jedoch nicht, dass die Jungsauen auch früher besamt werden sollen. Tendenziell kann sich ein jüngeres Zukaufsalter positiv auf die Lebensleistung an erbrachten Würfen und auf die Gesamtzahl lebend und gesamt geborener Ferkel auswirken.

Autor: Prof. Dr. Steffen HOY, Justus-Liebig-Universität Gießen (D)


Aktualisiert am: 21.07.2009 10:16
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