Jungsau: Gut gefüttert in die Ferkelproduktion

Jungsauen sollten nicht gleich wie Ferkel, die für die Mast bestimmt sind, aufgezogen werden. Um als Zuchtsau eine entsprechende Leistung erzielen zu können, muss die Jungsau in der Aufzucht dementsprechend gehalten und gefüttert werden.
Im ersten Gewichtsbereich bis 70 kg soll ein Verhältnis von Energie zu Lysin von 1 zu 0,75 erreicht werden.
Im ersten Gewichtsbereich bis 70 kg soll ein Verhältnis von Energie zu Lysin von 1 zu 0,75 erreicht werden.
Jungsauen, die zu schnell wachsen, sind anfälliger für Beinschwächen. Das Wachstum sollte bereits im ersten Gewichtsbereich von 30 bis 60 kg auf 600 g Tageszunahmen begrenzt werden. Ab 60 kg Lebendgewicht (LG) soll das Wachstum auf 650 bis 700 g und ab 90 kg LG auf rund 750 g gesteigert werden. Eine gute und gleichmäßige Gewichtsentwicklung vom Eintritt der Geschlechtsreife bis zur Belegung stabilisiert die Rausche und den gesamten hormonellen Ablauf. Der Rückenspeckgehalt soll bis zum Belegen auf 18 mm anwachsen. Ein ausreichender Fettgehalt erhöht den Leptingehalt im Blut. Leptin ist eine hormonähnliche Substanz, die den hormonellen Ablauf bei der Rausche wesentlich beeinflusst. Der Leptingehalt im Blutplasma reagiert sofort auf Unterversorgungen. In der Eingliederungsphase sollen Tageszunahmen von 700 bis 750 g erreicht werden. Das entspricht täglichen Energiemengen von 34 bis 38 MJ ME, bzw. Futtermengen von 2,7 bis 3,0 kg.

Hohe Ansprüche an die Futterhygiene
Hygienisch belastetes Futter führt zu einer gestörten Entwicklung des Geschlechtsapparats und des hormonellen Ablaufs. Der Keimbelastung im Futter kann man durch zeitgerechte Ernte, scharfe Reinigung, Trocknung oder Säurebehandlung entgegenwirken. Regelmäßige Futteruntersuchungen auf Verunreinigungen sind empfehlenswert. Vielfältig zusammengesetzte Rationen mit einem Gerstenanteil von mindestens 30 % sind vorteilhaft für Jungsauen.

Mineralstoffangebot
Zusammenhänge zwischen Mineralfutterunterversorgung und Fundamententwicklung sind in der Praxis selten nachweisbar. Im Vergleich zur Schweinemast sollte der Mineralfutteranteil um rund 10 % vorgehalten werden. Für die Fundamententwicklung sind zusätzlich Zink, Biotin und Vitamin D3 wichtig. Spezielle Mineralfutter für Jungsauen berücksichtigen diese Anforderungen. Zuchtsauenmineralfutter enthalten meist mehr B-Vitamine und Spurenelemente als Mineralfutter für
Mastschweine. Im Jungsauenfutter soll ein Gehalt von 5 bis 6 % Rohfaser angestrebt werden. Neben der Verbesserung des Wohlbefindens durch eine höhere Sättigung zeigen sich auch positive Auswirkungen auf die gesamte Tiergesundheit und Fruchtbarkeit. Im ersten Gewichtsbereich bis 70 kg soll ein Verhältnis von Energie zu Lysin von 1 zu 0,75 erreicht werden. Ab 70 kg kann auf ein Verhältnis von 0,65 zu 1 abgesenkt werden.

Autor: Ing. Hannes PRILLER, Fütterungsberater BSP Wels

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Aktualisiert am: 26.10.2011 16:12
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