Jungbauern: Erdrückte Ferkel brauchen keinen Tierschutz mehr

Jungbauern und Jungbäuerinnen demonstrierten gestern vor den verschlossenen Türen des Gesundheitsministeriums gegen das geplante Verbot der Ferkelschutzkörbe und die Gesprächsverweigerung von Gesundheitsminister Alois Stöger.
Jungbauern demonstrieren gegen den von Gesundheitsminister Stöger eingebrachten Entwurf zur Änderung der 1. Tierhaltungsverordnung und fordern den Minister zu Gesprächen mit Vertretern der Landwirtschaft auf.
Jungbauern demonstrieren gegen den von Gesundheitsminister Stöger eingebrachten Entwurf zur Änderung der 1. Tierhaltungsverordnung und fordern den Minister zu Gesprächen mit Vertretern der Landwirtschaft auf.
„Verantwortungslos gegenüber der jungen Landwirtschaft“ – so bezeichnen Johann Deix und Markus Brandmayr, Präsidiumsmitglieder der Jungbauernschaft, den Verordnungsentwurf von Gesundheitsminister Alois Stöger, der in Begutachtung geschickt wurde, ohne dass Stöger sich um die Situation in der heimischen Schweineproduktion gekümmert hätte.

Stöger hat Ferkeltod auf dem Gewissen

„Was Stöger hier vorlegt, kostet ungefähr 500.000 Ferkeln ihr junges Leben“, weist Brandmayr einmal mehr auf den Tod durch Erdrücken durch die Muttersauen hin. Die Folge: Damit wird die heimische Schweinezucht zusehends unrentabel gemacht. Die ganze Branche kommt unter Druck, weil ausländische Züchter weiterproduzieren wie bisher, während heimische Züchter zu teuren Investitionen gezwungen würden. „Tote Tiere bringen nicht nur Tierleid, sie verteuern natürlich auch die Produktion und könnten viele heimische Schweinebauern zum Aufgeben zwingen“, warnt Brandmayr. „Es macht keinen Sinn, unter dem Vorwand des Tierschutzes Tierleid in andere EU-Staaten zu exportieren, wo Zuchtsauen weiterhin kurzfristig in Ferkelschutzkörben gehalten werden dürfen“, so Deix. Die Schweinezüchter rechnen damit, dass die Eigenversorgungsquote bei Schweinefleisch auf 60 % sinken könnte, wenn die Verordnung wirklich kommt. „Das betrifft auch junge Hofübernehmer, die gerade ihre Investitionen für die Zukunft planen oder gar schon in einen Neubau nach der neuesten Gesetzeslage investiert haben. Diese Gesetzeswillkür von Stöger trägt höchstens dazu bei, die Produktion in Österreich zu verunmöglichen, weil junge Bauern erst gar nicht in die Produktion einsteigen werden“, warnt Jungbauern-Generalsekretärin Christina Spangl.

Hintergrund der Aktion: Protest- und Solidaritätsaktion VÖS, die Anfang März von Bauernbund und VÖS gestartet wurde. Die Jungbauern machen mit Aktionen, die sich direkt an BM Stöger und VA Kostelka richten, aufmerksam. Bereits im Jänner hatte die Jungbauernschaft den Gesundheitsminister um einen Gesprächstermin gebeten. Die Antwort ließ auf sich warten. Geschlagene 4 Wochen später trifft vom Minister eine lapidare Absage ein – „Kein Bedarf an Gesprächen.“ (Quelle: Österreichische Jungbauernschaft)


Aktualisiert am: 22.03.2011 07:49
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