John Deere FarmSight

John Deere führt unter dem Begriff FarmSight eine Reihe von neuen Technologien ein, mit denen die Landwirtschaft auf einen neuen Level gestellt werden soll.
Testfahrzeug von John Deere mit Sensoren für autonomes Fahren.
Testfahrzeug von John Deere mit Sensoren für autonomes Fahren.
Spurführungs- und Precision farming-Systeme sind in den Augen der Entwicklungsingenieure bereits Geschichte. Bei Groß- und Mittelklasse-Traktoren zählen automatische Lenksysteme zum Stand der Technik und sind oft schon serienmäßig verbaut. Sie sind der Grundstein für viele weitere Technologien, die den Maschineneinsatz optimieren.
John Deere-Entwicklungsingenieure sehen die Zukunft in der Automatisierung, der Wireless-Technologie, in fortgeschrittenen Lenksystemen und sie sprechen von einem Precision farming 2-Zeitalter. Einige dieser Technologien, die schon am Markt sind oder unmittelbar vor der Einführung stehen, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

ISOBUS und AutoTrac
Jedes Modell der Traktorserien 6R, 7R, 8R und 9R ist laut Hersteller zu 100% ISOBUS-fähig. Damit lassen sich alle ISOBUS-kompatiblen Anbaugeräte ohne zusätzliche Hardware-Komponenten steuern. Zudem sind alle 7R-, 8R-, und 9R-Traktoren werkseitig für den Einsatz des automatischen Lenksystems AutoTrac vorinstalliert. Zur Nutzung werden lediglich ein GPS-Empfänger und eine Lizenz für die Lenkautomatik benötigt.

Traktorfahrer mit Lenkautomatik beschäftigen sich durchschnittlich 24 % ihrer Zeit mit dem Smartphone.
Traktorfahrer mit Lenkautomatik beschäftigen sich durchschnittlich 24 % ihrer Zeit mit dem Smartphone.
Fernüberwachung mit JDLink
Auch diese Technologie ist bereits bei vielen John Deere-Maschinen verfügbar. Mit dieser webgestützten Telematiklösung kann der gesamte Fuhrpark vom Büro aus überwacht werden. Neben der Fernüberwachung von Positions-, Leistungs- und Zustandsdaten, wie Auslastung oder Kraftstoffverbrauch, ist auch die Ferndiagnose für Wartung, Service und Reparatur möglich. Sobald ein Wartungseingriff oder eine Reparatur erforderlich ist, gibt das System automatisch per E-Mail oder SMS eine entsprechende Warnmeldung aus.

Befindet sich das Abfuhrgespann in einem vorher defi nierten Abstand zum Mähdrescher, kann der Mähdrescherfahrer das Kommando über den Traktor übernehmen.
Befindet sich das Abfuhrgespann in einem vorher defi nierten Abstand zum Mähdrescher, kann der Mähdrescherfahrer das Kommando über den Traktor übernehmen.
MachineSync
Spannend wird es, wenn der Mähdrescherfahrer bei der Entleerung den nebenherfahrenden Traktor lenkt. Mit diesem System, genannt MachineSync, können Maschinen während der Fahrt Daten austauschen und so dem Fahrer von Traktor und Mähdrescher alle zur Optimierung der Abfuhrkette erforderlichen Informationen liefern. Sowohl Traktor- als auch Mähdrescherfahrer werden über eine Karte auf dem Monitor in der Kabine über die Position aller am Feld befindlichen Maschinen informiert. Dem Traktorfahrer wird sogar der Korntankfüllstand angezeigt.

HarvestLab – das Minilabor für den Häcksler
Dieses Minilabor ermittelt mittels Nahinfrarotlicht-Spektormeters in Sekundenschnelle die Inhaltsstoffe organischen Materials. Neben dem Trockensubstanzgehalt kann Harvest-Lab auch wichtige, für die Silagequalität ausschlaggebende Parameter wie den Gehalt an Rohprotein, Zucker, Stärke, Säure- und Neutral-Detergenz-Fasern sowie Asche präzise bestimmen. Zudem ermöglicht dieses neuartige System die automatische Abstimmung der Siliermitteldosierung auf den Zuckergehalt des Erntegutes bzw. den ermittelten Trockensubstanzgehalt.

Play-Station für den Acker?
Neben diesen bereits realisierten intelligenten FarmSight-Lösungen arbeiten die Entwicklungsingenieure bereits an der nächsten Generation von Maschinensteuerungen. Wie diese aussehen könnte, darin gewährte uns Klaus Höhn, Vice-Präsident und Chef der Forschung, anlässlich unseres USA-Besuches Einblick. Ein mit verschiedensten Sensoren ausgestatteter John Deere Gator lässt sich mit einer Brille (Eye Trakking) oder einem Controller einer handelsüblichen Spielkonsole steuern. Traktorfahren könnte in Zukunft so einfach werden wie Play-Station-Spielen. Wer trotzdem lieber mit seinem iPhone, spielt kann selbstverständlich auf den Automatikmodus wechseln. Heute schon konzentrieren sich AutoTrac-Piloten 24 % ihrer Zeit am Traktor auf das Smartphone – auch das hat eine Untersuchung ergeben!


Was diese neuen Technologien noch können erfahren Sie in der Ausgabe 15/2012 unserer Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“.

Aktualisiert am: 20.07.2012 22:53
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