John Deere 7530 Premium: Das Mannheimer Flaggschiff

Der 7530er aus der Mannheimer Traktorschmiede ist in nahezu allen Bereichen stärker als die 6030er-Traktoren, wiegt aber nur um etwa 900 kg mehr. Er ist ein agiler Europäer mit den Leistungsmerkmalen der amerikanischen Schwesterbaureihe 7030.
Die Leistungswerte des Motors sind hervorragend. Durch ein enormes Anfahrdrehmoment, einen hohen Konstantleistungsbereich und durch die intelligente Leistungssteigerung dank IPM macht er einen sehr agilen Eindruck.
Die Leistungswerte des Motors sind hervorragend. Durch ein enormes Anfahrdrehmoment, einen hohen Konstantleistungsbereich und durch die intelligente Leistungssteigerung dank IPM macht er einen sehr agilen Eindruck.
Mit der Einführung den beiden Modellen 7430 und 7530 schloss John Deere die Lücke zwischen der europäischen 6030er Premium-Serie und der 7030er Serie aus dem amerikanischen Werk Waterloo. Sowohl bei der Technik als auch beim Design stand die erfolgreiche 6030er Premium-Serie Pate. In über 300 Einsatzstunden hat das „Landwirt“-Testteam interessante Details festgestellt. Der 7530 Premium zeichnet sich durch ein niedriges Leistungsgewicht aus. Dieser kompakte Großtraktor wiegt mit vollem Tank nur 7.390 kg.

Getriebe ohne Kompromisse
John Deere bietet drei Getriebebauarten in insgesamt sechs verschiedenen Ausführungen an. Neben dem stufenlosen AutoPower-Getriebe bietet John Deere zwei verschiedene Bauarten von Vierfach-Lastschaltung an. Unser Testkandidat war mit dem AutoQuad Plus EcoShift-Getriebe ausgestattet. Wie die Namensgebung verrät, schaltet es die Lastschaltstufen automatisch und hat speziell für den Straßentransport eine Eco-Funktion. EcoShift ist in der 40 km/h-Ausführung verfügbar. Es reduziert im höchsten Gang die Motordrehzahl um etwa 400 U/min.
Für das Schalten der Lastschaltstufen gab es viel Lob von den Testfahrern. Dank SoftShift-Programmierung – die Elektronik gibt automatisch Zwischengas - erfolgt der Wechsel der Lastschaltstufen unter allen Lastzuständen sehr weich. Die Funktion Speed-Matching passt bei einem Gangwechsel die Lastschaltstufe automatisch an. Bei Bedarf lässt sich der automatische Lastschaltbereich begrenzen.
Mittlerweile hat John Deere den Gangschalthebel neu geformt und ihn zusätzlich mit einem Kupplungsknopf versehen, sodass beim Gangwechsel das Kupplungspedal nicht mehr betätigt werden muss. Beim AutoQuad Plus-Getriebe zählt der elektrische Kupplungsknopf zur Serienausstattung.
Obwohl das von uns gefahrene AutoQuad Plus-Getriebe nur sieben Gänge im Hauptarbeitsbereich hat, kommt man in der Praxis gut damit zurecht. Der größte Stufensprung zwischen den Gängen B2 und B3 beträgt 1,3 km/h. Bei kalter Witterung sind die Gänge bis das Öl auf Temperatur kommt, außergewöhnlich schwer zu schalten. Alle Gänge laufen rückwärts geringfügig schneller als vorwärts. Da das Geschwindigkeitsverhältnis zwischen Vor- und Rückwärtsfahrt programmiert werden kann, lässt sich die Wendeschaltung auf den jeweiligen Einsatz optimal abstimmen.

Fazit: Wendiger, leistungsstarker Allrounder
Auf Grund seines niedrigen Leistungsgewichtes und seiner Wendigkeit ist der 7530 Premium z.B. ein idealer Traktor für Transportarbeiten, zum Pressen, für Bestellkombinationen und Schmetterlings-Mähwerke, wo hohe Zapfwellenleistung und geringere Zugkräfte gefordert sind. Mit einer großvolumigen Bereifung und entsprechender Ballastierung kann er auch gut für schwerere Zugarbeiten eingesetzt werden also ein echter Allrounder.
Auf dem Prüfstand der FJ-BLT Wieselburg machte das Mannheimer Flaggschiff eine gute Figur. Die ohnehin schon guten Leistungsdaten des Motors hat John Deere nach eigenen Angaben zwischenzeitlich nochmals durch ein Update verbessert. Das von uns getestete AutoQuad Plus-Getriebe mit EcoShift-Funktion hat nur einen Wermutstropfen, es lässt sich bei kalter Witterung anfangs nur sehr schwer schalten. Die Hubkräfte sind gut, die Literleistung der Hydraulikpumpe ist nur durchschnittlich. Zumindest optional sollte eine größere Pumpe verfügbar sein.
Der Bedien- und Fahrkomfort lässt keine Wünsche offen. Das CommandCenter und das Vorgewendemanagement sind richtungsweisend.

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 04.02.2010 14:10
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