Joghurt-Sauertränke statt warmer Vollmilch?

Sauertränkeverfahren werden in der Kälberaufzucht mit Erfolg eingesetzt. Ob die Joghurt-Sauertränke die Vollmilch auch in der Kälbermast ersetzen kann, untersuchte ein Team des LFZ Raumberg - Gumpenstein.
Jene Kälber, die mit der Joghurttränke versorgt wurden, schnitten bei den Tageszunahmen und bei der Fleischqualität schlechter als die mit Vollmilch versorgten Kälber ab.
Jene Kälber, die mit der Joghurttränke versorgt wurden, schnitten bei den Tageszunahmen und bei der Fleischqualität schlechter als die mit Vollmilch versorgten Kälber ab.
In der Aufzucht von Kälbern mit Vollmilch werden Sauertränkeverfahren schon länger mit Erfolg praktiziert. Die gesäuerte Tränkemilch wie zB Sauermilch, Joghurtmilch, gesäuerte Vollmilch mit Essig-, Ameisen- oder Zitronensäure unterstützt die Milchgerinnung im Labmagen, minimiert dabei das Durchfallrisiko und erleichtert die Arbeit. Ohne hohen technischen Aufwand kann die gesäuerte Milch den Kälbern auch bei geringerer Temperatur angeboten werden. Dadurch kann der Landwirt auch größere Gruppen über einen Gemeinschaftseimer tränken.

Vollmilcheinsatz nur bei knapper Quote
Wie die Ergebnisse zeigen, ist der Einsatz von Vollmilch in der Mast von milchbetonten männlichen Kälbern nur dann wirtschaftlich interessant, wenn der Betrieb keine ausreichende Molkereimilchquote hat oder die Milch nicht Ab-Hof vermarkten kann. Der Milchveredelungswert lag ohne Berücksichtigung der Arbeitszeit bei nur 17 Cent/kg Milch und bei Berücksichtigung von 7 Stunden Arbeitszeit pro Mastkalb nur mehr bei 12 Cent/kg Milch. Ein um 30 Euro geringerer Kälberpreis würde den Milchveredelungswert um etwas mehr als 2 Cent erhöhen.

Joghurttränke nicht empfehlenswert
- Auf Grund der eingeschränkten Akzeptanz und damit schlechteren Zuwachsleistung kann der Einsatz von Joghurttränke in der Kälbermast nicht empfohlen werden.
- In der Mast mit warmer Vollmilch wurden mit milchbetonten männlichen Kälbern (von 50-180 kg Lebendgewicht) mittlere Tageszunahmen von 1.149 g erreicht. Es waren im Mittel 1.470 kg Milch/Kalb bzw. 11,8 kg Milch/kg Zuwachs erforderlich.
- Die Vollmilchmast milchbetonter männlicher Kälber ist nur dann wirtschaftlich interessant, wenn gute Mast- und Schlachtleistungsergebnisse erzielt werden und zusätzlich bei guten Schlachterlösen geringe Milch- und Kälberpreis vorliegen.

Landwirt-Tipp
Weiter Informationen und Ergebnisse zum Versuch finden Sie im Internet auf www.raumberg-gumpenstein.at unter der Rubrik Download.

Autoren: August ASEL, Georg TERLER und Dr. Andreas STEINWIDDER, LFZ Raumberg - Gumpenstein


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Aktualisiert am: 21.12.2007 10:19
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