Jetzt den Raps in Fahrt bringen

Der Raps kam uneinheitlich über den Winter. Jetzt müssen die Pflanzen mit den richtigen Nährstoffen in Fahrt gebracht werden. Aufgrund des kalten Winters ist heuer vor allem auf die P-Aufnahme zu achten. Auch Schwefel muss frühzeitig gedüngt werden.
Phosphatmangel verzögert das Wachstum.
Phosphatmangel verzögert das Wachstum.
Zum einen sind blauviolett verfärbte Bestände ein Hinweis, dass die Stickstoffversorgung, oft auch die Phosphatversorgung der Rapsbestände sehr knapp ist. Eine frühe Andüngung ist in diesen Beständen dringend angeraten.

Deutlich zu erkennen waren schon im Herbst und verstärkt jetzt, nachdem der Schnee weg ist, Rapsbestände, die unter knapper P-Versorgung litten. Typisch dafür ist, wenn die Rapsblätter vom Stängelgrund an rotviolett verfärbt sind.

Durch den anhaltend kalten Winter ist die P-Aufnahme stark eingeschränkt. Zudem haben die Pflanzen einen höheren Bedarf an Phosphaten, um den Energiehaushalt in der Pflanze sicherzustellen. Daraus resultiert ein Teufelskreis:

Kein Wachstum - keine Wurzel - keine P-Aufnahme - kein Wachstum.

Aus diesem Grunde ist in Beständen mit erkennbarem P-Mangel, aber auch generell auf Standorten mit knapper P-Versorgung die Startgabe mit P-haltigem N-Dünger (DAP 18+46, NP 20+20, NPK 20+8+8 bzw. NPK 15+15+15) zu empfehlen.

Zusammenfassung

·Die Rapsbestände kommen in diesem Frühjahr sehr unterschiedlich aus dem Winter. Das ist bei der Stickstoffdüngung und einem evtl. Wachstumsregler-Einsatz mit Azolen zu berücksichtigen.

·Der kräftig entwickelte Raps ist durch starken Lagerdruck bedroht. Wer keine Wachstumsregler einsetzen kann, sollte sich bei der N-Düngung zurückhalten, vor allem nicht mehr als 80 kg/ha N (= 40 kg/ha NO3-N) in einer Gabe als NO3-haltige Dünger ausbringen.

·Aufgrund des Winters und des voraussichtlich zögernden Vegetationsbeginns ist der Versorgung mit Phosphor und Schwefel Augenmerk zu widmen.

·Die Bor-Düngung zu Raps sollte auf Standorten mit geringer Versorgung oder Festlegung (hohe pH-Werte) zur Standardmaßnahme geworden sein. Bor bracht der Raps für den Schoten- und Kornansatz.

·Mit einem starken Schädlingsbefall ist erst zu rechnen, wenn die Temperaturen über wenigstens 1 Woche um 8 °C liegen und danach auf 15 °C tagsüber ansteigen.

Autor: Dr. Hansgeorg SCHÖNBERGER, N.U. Agrar GmbH, Schackenthal


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Aktualisiert am: 17.03.2006 09:49
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