Jakobskreuzkraut – Gift von der Weide

Die seit Jahrhunderten gefürchtete Giftpflanze breitet sich rasant aus. Weidetiere, die das Jakobskreuzkraut in größeren Mengen aufnehmen, können an Leberversagen verenden.
Das Jakobskreuzkraut hat sich mittlerweile ausgebreitet und wird zur Gefahr für Weidetiere
Das Jakobskreuzkraut hat sich mittlerweile ausgebreitet und wird zur Gefahr für Weidetiere
Während Schafe und Ziegen sich relativ immun zeigen, reagieren Pferde schon auf geringe Mengen empfindlich. Akute Krankheitsfälle mit Todesfolge sind hier keine Seltenheit. Auch Rinder sind gefährdet, wenngleich das Krankheitsbild hier eher subakut oder chronisch verläuft.

Hoch giftig
Das Jakobskreuzkraut ist aufgrund seiner hohen Konzentration von Pyrrolizidin-Alkaloide extrem giftig. Während ältere Pflanzen wegen ihrer Bitterstoffe von erfahrenen Weidetieren gemieden werden, sind die giftigen Jungpflanzen geschmacklich kaum vom Restbestand zu unterscheiden. Noch problematischer ist die Verfütterung von Jakobskreuzkraut-haltiger Silage oder Heu. Durch den Konservierungsvorgang gehen die Bitterststoffe verloren und eine Selektion ist selbst für erfahrene Tiere kaum mehr möglich.

Verwechslungsgefahr
Doch Vorsicht, nicht alles das gelb blüht stellt automatisch eine Gefahr für Pferde und Rinder dar. Sehr häufig wird das Jakobskreuzkraut mit dem harmlosen Wiesen-Pippau verwechselt. Bei genauem Hinsehen sind aber die Unterschiede sehr deutlich zu erkennen. Im Gegensatz zum Jakobskreuzkraut bildet der Pippau keinen inneren Blütenkreis aus. Außerdem blüht er bereits im Mai. Die Blätter des Jakobskreuzkrauts sind stärker gefiedert und im Gegensatz zum Wiesen-Pippau nicht behaart. Der Stängel des Wiesen-Pippaus ist grün der des Jakobskreuzkraut rot. Während der Wiesen-Pippau vor allem auf gut mit Nährstoffen versorgten Wiesen vorzufinden ist, bevorzugt das Jakobskreuzkraut extensive Lagen.

Vorbeugen und Bekämpfen
Sabine Schatz vom Landwirtschaftsamt Kaufbeuren befasst sich seit langem intensiv mit der Jakobskreuzkrautproblematik: „Die Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes ist ein schleichender Prozess. Je länger wir ihn ignorieren desto schneller geht er von statten“. Dabei kann man dem Jakobskreuzkraut relativ leicht Herr werden. Schatz: „Auf den meisten Standorten kann das Jakobskreuzkraut durch eine kurzfristige Intensivierung wieder zurückgedrängt werden. Mehr als zwei Schnitte verträgt es nämlich nicht“. Dabei weist Schatz darauf hin, dass das gemähte Erntegut unbedingt von der Fläche abgefahren und entsorgt werden muss. Das einfachste Mittel um der Ausbreitung vorzubeugen ist die Förderung einer geschlossenen, dichten Grasnarbe.

Von Gerhard METZ, Kaufbeuren


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Aktualisiert am: 10.08.2009 16:00
Jakobskreuzkraut links und Wiesenpippau rechts
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