JCB - schneller als der Mitbewerb

Im Baumaschinengeschäft ist JCB als Familienunternehmen eine große Ausnahme unter den börsenotierten Giganten. Wir haben mit Matthew Thaler, dem neuen CEO bei JCB, über die Stärken eines Familienunternehmens gesprochen.
Eine der letzten großen Entwicklungen von JCB war der eigene Dieselmotor. Nur drei Jahre nach Produktionsbeginn lief der 50.000ste JCB-Motor vom Band.
Eine der letzten großen Entwicklungen von JCB war der eigene Dieselmotor. Nur drei Jahre nach Produktionsbeginn lief der 50.000ste JCB-Motor vom Band.
Matthew Thaler wechselte im Vorjahr seinen Job bei Landrover für eine Stelle als CEO im JCB-Konzern. JCB ist ein stark wachsendes Familienunternehmen, welches in einigen Bereichen zum Marktführer aufgestiegen ist.

Bei JCB liebt man Geschwindigkeit. Alles muss schnell gehen, wenn man sie besucht: Eine Stunde hier, drei viertel da und dann eine Stunde für ein Interview. Aber das gehört zu JCB: Geschwindigkeit beim Handeln – und hier können nicht alle folgen. So bekommen die neuen 403 Hoflader keine Hydraulik von Rexroth, sondern von Linde. Als am Ende des Entwicklungsprozesses JCB produktionsbereit war, brauchte Rexroth noch sechs Monate, um die Produktion fertig zu stellen. Das dauerte für JCB zu lange, und so kam Linde zum Zuge.

„Das sind Entwicklungen, die JCB kennzeichnen“, erzählt Topchef Matthew Thaler. Thaler berichtet ruhig, aber begeistert, was JCB von den Mitbewerbern unterscheidet. „Wir entwickeln die Dinge sehr schnell und bringen sie auch schnell auf dem Markt. Das ist ein Unterschied zur Automobilindustrie, wo ich früher gearbeitet habe. Da dauerte es wenigstens fünf Jahre, bis eine Idee vom Computer-Bildschirm in der Praxis umgesetzt war. Hier bei JCB sind die Linien ganz kurz und wir können die Entwicklungen schnell auf dem Markt bringen - obwohl nicht alle Zulieferer unserem Tempo folgen können.“

JCB Dieselmotor

„Landwirt“: Die letzte große Entwicklung ist der eigene Motor. Andere Motorenhersteller fusionieren, weil sie sich als zu klein betrachten, einen eigenen Motor herzustellen. Wie kann JCB mit 30.000 Stück pro Jahr Geld verdienen?

Matthew Thaler: Wir beachten kontinuierlich scharf die Kosten. Wir haben Erfahrung darin, mit kleinen Stückzahlen zu arbeiten. Wenn man seine Organisation darauf abstimmt, kann man gewinnbringend produzieren. Wir haben keine Angst, den Vergleich zu anderen Herstellern zu machen, denn es geht um Arbeitskräfte pro Motor. Wir achten auf die Allgemeinkosten, können für einen wettbewerbsfähigen Preis produzieren und außerdem noch Geld für Forschung und Entwicklung freimachen.

Autoren: Peter MENTEN, Londerzeel (B) und Ing. Johannes HÜTTER, Neudorf


Aktualisiert am: 20.12.2007 16:17
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