Ist die Strukturversorgung in Gefahr?

Ausreichend strukturiertes Futter ist für Wiederkäuer zur Sicherung der Tiergesundheit erforderlich. Trotz abnehmender Partikellänge bleiben diese wichtigen Futtereigenschaften aber bei Kurzschnittladewagen- oder Feldhäcksler-Silagen bestehen.
Trotz Ernte mit dem Feldhäcksler bzw. mit dem Kurzschnittladewagen blieb der Strukturwert der Grassilage erhalten.
Trotz Ernte mit dem Feldhäcksler bzw. mit dem Kurzschnittladewagen blieb der Strukturwert der Grassilage erhalten.
Weder die Futteraufnahme noch die Pansenparameter, die Verdaulichkeit und die Strukturversorgung wurden durch den Einsatz unterschiedlicher Grassilageernteverfahren beeinflusst. Die verbesserten Gärbedingungen bei intensiverer Zerkleinerung der Grassilage bei der Ernte sind in der Silagebereitung zu beachten. Die mittlere Partikellänge des Grundfutters lag deutlich (60 – 120 %) über der theoretischen Schnittlänge. Auch in der Gesamtration mit 55 % Kraftfutter war die mittlere Partikellänge noch über 1 cm.
Die Kraftfutterversorgung (25 bzw. 55 % von der Gesamttrockenmasse) beeinflusste die Pansenparameter deutlich. Im Tagesmittel ging der pH-Wert des Pansensaftes von 6,4 auf 6,2 zurück und verringerte sich auch die Verdaulichkeit der Gerüstsubstanzen. Bei einem Kraftfutteranteil von 55 % war die Ration hinsichtlich der Strukturkohlenhydrat- bzw. Nichtstrukturkohlenhydratversorgung im Grenzbereich.
Zur Ausbildung der notwendigen Faserschicht im Pansen sind mehr als 15 – 20 % des Grundfutters mit einer tatsächlichen Partikellänge über 2 cm (besser 4 – 5 cm) erforderlich. Bei einer theoretischen Schnitt- bzw. Häcksellänge des Grundfutters von knapp über 1 cm kann davon ausgegangen werden, dass das Grundfutter, bei ausreichendem Anteil in der Ration, die notwendige Struktur beiträgt. Maissilage wird bei der Ernte feiner gehäckselt (theoretische Schnittlänge 0,4 – 0,8 cm). Bei maissilagereichen Rationen muss daher bei Hochleistungstieren Wert auf eine Strukturergänzung über Heu oder Grassilage gelegt werden.
Entscheidend ist die Partikellängenverteilung im Futtertrog bzw. im tatsächlich gefressenen Futter. Es darf daher im Zuge der Futterbereitung zu keiner „Vermusung“ des Grundfutters kommen. Bei Einsatz von Mischrationen muss dies beachtet werden. Zusätzlich muss bei Futterselektion mit einer Abnahme der Partikellänge im gefressenen Futter gerechnet werden (zB Stroheinsatz). Futterreste daher unbedingt beachten!
Der Strukturwert von Grünmehl, Gras- oder Maiscobs und Luzernepellets wird wesentlich vom Herstellungsverfahren bestimmt. Vermahlenes Grundfutter weist im Gegensatz zu gehäckseltem Material keine bzw. nur mehr eine minimale Strukturwirksamkeit auf und trägt nicht zur Faserschichtbildung im Pansen bei.

Autor:
Aktualisiert am: 14.04.2003 17:21
Landwirt.com Händler Landwirt.com User