Investitionsbereitschaft in der Landwirtschaft: Der DLG-Trendmonitor Europa gibt Auskunft

Trotz unheitlicher Geschäftsentwicklungen gibt es in der Landwirtschaft ein weiterhin hohes Investitionsniveau.
Investitionsbereitschaft europäischer Landwirte. (zum Vergrößern auf das Bild klicken).
Investitionsbereitschaft europäischer Landwirte. (zum Vergrößern auf das Bild klicken).
Die europäische Landwirtschaft ist trotz uneinheitlicher Geschäftsentwicklungen insgesamt weiterhin von einem hohen Investitionsniveau gekennzeichnet: Während Landwirte in Deutschland und Frankreich vermehrt Investitionen planen und in Polen die Investitionsbereitschaft stabil ist, schränken Betriebsleiter in Großbritannien die Investitionstätigkeit ein. Dies zeigen die Ergebnisse des Trendmonitors Europa der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) vom Frühjahr 2013.

Die deutschen Landwirte beurteilen demnach ihre aktuelle Geschäftslage so gut wie noch nie und sind optimistisch für die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Auch die Investitionspläne nehmen deutlich zu: „Die Investitionsneigung der deutschen Landwirte hat um acht Prozentpunkte gegenüber dem Herbst 2012 auf jetzt 57 Prozentpunkte zugelegt und damit den Höchstwert von der Frühjahrsbefragung im Boomjahr 2008 fast wieder erreicht“, erklärte der Fachgebietsleiter Ökonomie bei der DLG, Dr. Achim Schaffner, bei der Vorstellung der Ergebnisse im Rahmen des DLG-Aussteller-Workshops. Der DLG-Ökonom führt diese sehr positive Entwicklung in Deutschland auf das hohe Preisniveau für Getreide- und Ölsaaten und auf die seit dem Herbst 2012 sinkenden Preise für Futtermittel zurück. Positiv wirke sich zudem aus, dass sich der Zugang zu Krediten mit günstigen Finanzierungsbedingungen gegenüber dem Herbst 2012 weiter verbessert hat. Die Landwirte nutzen die günstigen Investitionsbedingungen konsequent für die Betriebsentwicklung. Hauptziel der Investitionen ist für die Landwirte in Deutschland die Verbesserung der Wirt-schaftlichkeit durch Senkung der Stückkosten.
Erwartungen europäischer Landwirte an die Geschäftsentwicklung.
Erwartungen europäischer Landwirte an die Geschäftsentwicklung.


Unterschiedliche Ergebnisse in Europa
Wie die Befragung zeigt, sind die aktuellen Bedingungen für die Landwirte in Europa allerdings sehr unterschiedlich. Konnte in den letzten Jahren ein nahezu identischer Verlauf bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und über die erwartete Geschäftsentwicklung beobachtet werden, wenngleich auf unterschiedlichen Niveaus, weichen sie bei der aktuellen Befragung deutlich voneinander ab:

  • Für die polnischen Landwirte zeigt sich ein ähnlicher Verlauf wie für die deutschen Landwirte. Auch sie profitieren von den aktuellen Marktentwicklungen.
  • Die französischen Landwirte schätzen ihre aktuelle Geschäftslage als stabil ein, sind für die Erwartungen an die Geschäftsentwicklungen aber weniger optimistisch als im Herbst 2012. Die Landwirte befürchten wirtschaftliche Nachteile durch die derzeit diskutierten zusätzlichen Produktionsauflagen zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.
  • Die Landwirte in Großbritannien, die stabil durch die Niedrigpreisphase der Jahre 2008/2009 gekommen sind, befinden sich gegenwärtig in einer schwierigen Situation. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung haben sich abgekühlt. Die Gründe hierfür sind unter anderem in den schlechten Erntebedingungen 2012 mit Mindererträgen und schlechten Qualitäten sowie in den schlechten Aussaatbedingungen im Herbst 2012 zu sehen. Auch die Tierhalter sind aufgrund eines hohen Zukaufbedarfs bei Futtermitteln und hohen Futterkosten unter Druck. Für die Landwirte in Großbritannien steht die Liquiditätssicherung oben an, was wenig Raum für Investitionen lässt.




Aktualisiert am: 19.04.2013 08:47
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