Interview mit Robert Schnellhammer

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Bayern und Österreich verbindet viel. Mentalität, Sprache und Landwirtschaft sind ähnlich. Der Bayerische Agrarexperte Robert Schnellhammer fordert deshalb Solidarität zwischen den Nachbarn.
Robert Schnellhammer leitet das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Passau sowie die Höhere Landbauschule Rotthalmünster (D). Privat führt er einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb in Niederbayern. (Foto: zema-foto)
Robert Schnellhammer leitet das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Passau sowie die Höhere Landbauschule Rotthalmünster (D). Privat führt er einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb in Niederbayern. (Foto: zema-foto)
LANDWIRT: Herr Schnellhammer, Ihr Landkreis Passau hat einen hohen Anteil an Nebenerwerbslandwirten. Haben Sie Angst, dass Ihnen die Betriebe wegbrechen?

Robert Schellhammer: Nein, das habe ich nicht. Der Strukturwandel liegt in Bayern seit Jahren zwischen zwei und drei Prozent. Das ist im Vergleich zu anderen Gebieten sehr niedrig. Außerdem ist die Landwirtschaft ein toller Beruf. Warum soll ich dieses Umfeld aufgeben? Es gibt gute Gründe, um im Nebenerwerb zu bleiben. Ich habe das selbst gesehen mit meiner Familie. Man hat als Landwirt das Paradies zuhause.

Die landwirtschaftlichen Kosten steigen im Durchschnitt stärker als die Preise. Können Ihre Betriebe in diesem Wettlauf mithalten?

Dass die anteiligen Kosten mit zunehmendem Umsatz sinken, ist ein bekanntes Gesetz. Von dieser Kostenkurve kommt niemand heraus, auch die Landwirtschaft nicht. Wer auf Dauer als Vollerwerbsbetrieb wirtschaften will, muss sich der Kostenkurve stellen. Das bedeutet in der Praxis, die Kosten durch mehr Fläche, Ertrag oder Tiere zu senken.
Nicht jeder Landwirt hat das Potenzial zur Ausweitung.
Das stimmt. Immer größer, stärker und schneller zu werden, ist nicht die einzige Lösung. Wir in Bayern beraten viele landwirtschaftliche Betriebe zur Diversifizierung. Hier gibt es sehr viele interessante Lösungen. Angefangen von Urlaub auf dem Bauernhof, Direktvermarktung bis zur sozialen Landwirtschaft. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Betriebe oft sehr kreativ.

Kommen wir zur GAP-Reform. EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat vor zwei Monaten einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, wonach die Direktzahlungen einer Deckelung bei 100.000 Euro bzw. einer Degression ab 60.000 Euro unterliegen sollen. Die Einsparungen sollen an kleinere Betriebe verteilt werden. Das müsste Sie als Vertreter der kleiner strukturierten Landwirtschaft in Bayern ja freuen, oder?

Grundsätzlich dürfte die Bayerische Landwirtschaft von so einer Politik profitieren. Allerdings sollten wir noch keine vorschnellen Schlüsse ziehen, denn noch sind das nur Vorschläge. Außerdem muss man wissen, dass es im EU-Vergleich auch Länder mit einer wesentlich kleinstrukturierteren Landwirtschaft gibt. Ich denke da zum Beispiel an Polen.

Ende Mai hat Ihr Landsmann Budget-Kommissar Günther Oettinger den EU-Haushalt nach 2020 vorgeschlagen. Mit Großbritannien wird ein Nettozahler wegfallen. Haben Sie Verständnis, dass Länder wie Österreich nicht mehr zum EU-Haushalt beitragen wollen?

Nein! Seit Jahren sprechen Politiker davon, dass Außengrenzschutz, Terrorismusbekämpfung und Migration EU-Themen sind. Nun muss man auch seinen Beitrag dafür leisten. Die Brexit-Lücke wird vor allem von finanzstärkeren Ländern zu schließen sein. Da gehört auch Österreich dazu.

Interview: Roman Goldberger

Das ganze Interview lesen in der LANDWIRT Ausgabe 16/2018

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Aktualisiert am: 08.08.2018 14:25
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