Internationaler Milchmarkt bleibt nachfrageorientiert

Anlässlich der DLG Unternehmertage nahmen Fachleute zur Entwicklung des Milchmarktes Stellung. Die Nachfrage nach Milch wird weiter steigen. In China, Indien, Pakistan, aber auch in der Europäischen Union wird ein stetiges Nachfragewachstum von etwa 2,5% geschätzt.
"In den kommenden fünf Jahren wird die Nachfrage auf dem Weltmarkt für Milch- und Milchprodukte weiter steigen, das Angebot wird dieser Entwicklung aber nur eingeschränkt folgen können. Dies kann zeitweise die Milcherzeugerpreise wieder in die Höhe ziehen", stellte Marc Voorbergen von der Rabobank BV, Utrecht, bei den DLG-Unternehmertagen in Leipzig fest.

Nachfrage nach Milchprodukten nimmt zu
Der Weltmarkt habe nachhaltig Einfluss auf die Milcherzeugerpreise in der EU genommen. Diese Entwicklung werde sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Die Nachfrage nach Milch- und Milchprodukten habe bereits in den vergangenen Jahren stark zugenommen und dann 2007 das Angebot überflügelt, so Voorbergen. Auch in den kommenden Jahren, so schätzen Experten nach Angaben von Dow Jones Newswires, wird das Angebot des weltweiten Milchmarktes mit der Nachfrage nicht Schritt halten können. Insbesondere in China, Indien, Pakistan, aber auch in der Europäischen Union wird ein stetiges Nachfragewachstum in einer Größenordnung von etwa 2,5% geschätzt. Die Milchproduktion dürfte den Angaben zufolge in den nächsten fünf Jahren um etwa 2% wachsen. Damit wird deutlich, dass die Marktregulierung eher über die Preise erfolgen wird und diese insgesamt volatil bleiben.

Druck auf die Erzeugerpreise bleibt bestehen
Nicht nur für die klassischen Milchprodukte, sondern auch für Magermilchpulver und Butter sowie Molkenpulver ist laut den Experten eine erhebliche Schwankungsbreite absehbar. Tendenziell werden die Milcherzeugerpreise steigen. Allerdings wird auch der Wettbewerb um die Märkte härter, insbesondere, weil generell keine strukturellen Auswirkungen auf die geringen Margen beim Einzelhandel gesehen werden. Damit bleibt über den Lebensmittelhandel der rückwärts gerichtete Druck auf die Erzeugerpreise bestehen.

Positiver Entwicklungspfad bei Milch
"Nur mit überdurchschnittlicher Prozessqualität und überlegener Verfahrensökonomik wird es möglich sein, in der Milchproduktion auch weiterhin Geld zu verdienen", sagte Christian Stockinger von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in München. Er ist sich sicher, dass trotz der aktuellen Marktturbulenzen bei der Milch ein mehrjähriger positiver Entwicklungspfad der Einkommen zu erwarten ist.
(AIZ info)


Aktualisiert am: 15.09.2008 10:29
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