Internationale Zuchtwertschätzung

Unterschiedliche Produktionssysteme stellen unterschiedliche Ansprüche an die Auswahl der Zuchtstiere. Die derzeitige Lösung kombiniert die Zuchtwerte einzelner Länder.
Seit 2002 wird die Zuchtwertschätzung in Österreich und Deutschland für alle Rassen und Merkmale in einer arbeitsteiligen Form gemeinsam durchgeführt. Besonders beim Fleckvieh geht die Tendenz in Richtung einer Ausdehnung auf weitere Länder.
Seit 2002 wird die Zuchtwertschätzung in Österreich und Deutschland für alle Rassen und Merkmale in einer arbeitsteiligen Form gemeinsam durchgeführt. Besonders beim Fleckvieh geht die Tendenz in Richtung einer Ausdehnung auf weitere Länder.
National wie auch international können die Produktionsbedingungen in der Milchviehhaltung sehr verschiedenartig sein. Ziel der Züchtung muss daher sein, für jedes Produktionssystem die besten Stiere zur Verfügung zu stellen. In der internationalen Zuchtwertschätzung für Besamungsstiere wird diese Problematik aufgegriffen und in jedem Land erfolgt eine eigene Reihung der Besamungsstiere. Einziger Nachteil dieser Methode: Unterschiede der Reihung und genetischer Korrelationen werden an Ländergrenzen festgemacht. Aber wie am Beispiel mit kleinbäuerlicher Betriebsstruktur und Großbetrieben in Gunstlagen gezeigt wurde, können natürlich auch die Produktionsbedingungen innerhalb eines Landes stark variieren. Genau hier setzen neue Überlegungen an, nicht eine Topliste an Stieren für das jeweilige Land zur Verfügung zu stellen, sondern eine Topliste für das jeweilige Produktionssystem. So ist zB davon auszugehen, dass die Produktionssysteme über Ländergrenzen hinweg, zB in Österreich und Bayern ähnlicher sind, als zB innerhalb Deutschlands zwischen Bayern und den Gunstlagen Niedersachsens.

Autor: Dr. Sven KÖNIG, Universität Göttingen


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Aktualisiert am: 21.09.2006 11:49
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