Internationale EU-Handelspolitik positiv für europäischen Milchmarkt

Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht davon aus, dass sich der Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) positiv auf die Marktaussichten der europäischen Milchwirtschaft auswirkt.
Durch den WTO-Beitritt Russlands wird der Zollsatz bei Importen von Milchprodukten auf den russischen Markt um rund 25% reduziert.
Durch den WTO-Beitritt Russlands wird der Zollsatz bei Importen von Milchprodukten auf den russischen Markt um rund 25% reduziert.
Der russische Zoll werde nach den Ergebnissen der Verhandlungen bei Importen von Agrarprodukten von aktuell 13,2% auf durchschnittlich 10,8% sinken. Bei Milchprodukten falle die Senkung des Zollsatzes noch deutlicher aus: Dieser werde durch den WTO-Beitritt Russlands bei Importen auf den russischen Markt um rund 25% reduziert, von bisher durchschnittlich 19,8% auf künftig 14,9%. Nachdem die multilateralen WTO-Verhandlungen ins Stocken geraten sind, verhandle die Europäische Kommission über bilaterale Handelsabkommen mit großer Dynamik. So ist ein bilaterales Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea im Juli 2011 in Kraft getreten. Seitdem seien die Agrarexporte in dieses Land zwischen Juli 2011 und März 2012 um 52% deutlich angestiegen. Das bilaterale Handelsabkommen beinhalte auch Zollkontingente für Butter und Käse, sodass die europäische Milchwirtschaft von diesem Abkommen profitiere.

Bilaterale Freihandelsabkommen der EU
Ein weiteres bilaterales Freihandelsabkommen verhandle die EU mit der Volksrepublik Vietnam. In dem schnell wachsenden Schwellenland leben 91 Mio. Menschen, die auch mit Milchprodukten versorgt werden wollen. Weitere bilaterale Verhandlungen führe die EU mit den Ländern Kolumbien, Peru und Indien. Hier seien reelle Absatzchancen für europäische Milchprodukte vorhanden. Nach Untersuchungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) soll zum Beispiel der Konsum von Milchprodukten in Indien und anderen Ländern in Süd-Ost-Asien bis 2021 um 30% zunehmen. Nach Ansicht des DBV verdeutlichen diese Beispiele, dass auch bilaterale Freihandelsabkommen Chancen für die deutsche und europäische Milchwirtschaft eröffnen. Dass die Wettbewerbsfähigkeit im Ausland vorhanden ist, zeige sich in dem immer stärkeren Engagement der deutschen Milchwirtschaft in Asien, auf der Arabischen Halbinsel oder in Nord- und Westafrika, stellte der DBV abschließend in einer Presseaussendung fest. AIZ


Aktualisiert am: 16.07.2012 21:32
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