Internationale Agentur für erneuerbare Energien gegründet

Mehr als 50 Staaten haben heute in Bonn das Gründungsstatut für eine Internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) unterzeichnet, darunter auch Österreich. IRENA soll die Nutzung erneuerbarer Energien weltweit durch Beratung, institutionelle Hilfe und Wissenstransfer vorantreiben.
Die finanzielle Förderung erneuerbarer Energien zählt hingegen nicht zu den Aufgaben der Agentur. Der Vorsitzende der Gründungskonferenz, der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel, entwarf die Vision einer vollständigen Versorgung von 9 Mrd. Menschen rund um den Erdball mit erneuerbaren Energien. IRENA solle die Hindernisse für den schnellen Ausbau der regenerativen Energien aus dem Weg räumen, sagte Gabriel. Weltweit würden fossile Energien mit rund USD 240 Mrd. subventioniert, der Einsatz von erneuerbaren Energieträgern aber nur mit USD 20 Mrd. Dieser verzerrte Markt könne die notwendige Energiewende nicht herbeiführen, sagte Gabriel. EU-Energiekommissar Andris Piebalgs sicherte für den Aufbau der Agentur die Unterstützung der Europäischen Kommission zu. Dennoch hat fast die Hälfte der EU-Mitgliedstaaten das IRENA-Gründungsstatut heute nicht unterzeichnet.

Wien bewirbt sich um Sitz der Agentur
Die Generaldirektorin im österreichischen Außenministerium, Irene Freudenschuss-Reichl, überbrachte die offizielle Bewerbung Wiens um den Sitz der Agentur. Dabei konkurriert Wien mit der früheren deutschen Hauptstadt Bonn. Weitere Bewerbungen werden erwartet.

USA in der Beobachterrolle
Schon morgen soll eine Vorbereitungskommission der Zeichnerstaaten die Weichen für den raschen praktischen Aufbau der Organisation stellen. Im Juni wird diese Kommission den ersten IRENA-Generaldirektor wählen und über den Sitz der Agentur entscheiden. Das Budget der neuen Agentur soll EUR 25 Mio. betragen und von den Mitgliedstaaten nach dem Schlüssel der Vereinten Nationen aufgebracht werden. Insgesamt nahmen an der heutigen Gründungskonferenz 400 Delegierte aus über 120 Ländern teil. Die Beteiligung aus Entwicklungsländern war sehr hoch. Es wird eine der Hauptaufgaben von IRENA sein, die Möglichkeiten einer preiswerten und dezentralen Energieversorgung aus regenerativen Quellen in den ärmsten Ländern der Erde voranzubringen. Die USA entsandten einen Beobachter zur Bonner Gründungskonferenz.

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Aktualisiert am: 30.01.2009 11:38
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