Initiative für mehr Tierwohl beschlossen

Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmittelhandel haben sich geeinigt: Schweinehalter sowie Hänchen- und Putenmäster bekommen einen Kostenausgleich, wenn sie Tierwohlleistungen erbringen, die über das gesetzliche Maß hinausgehen.
Schweinehalter, die freiwillig an dem Programm teilnehmen, verpflichten sich diese Maßnahmen umzusetzen und erhalten dafür einen Zuschuss, der unabhängig vom Marktpreis gezahlt wird.
Schweinehalter, die freiwillig an dem Programm teilnehmen, verpflichten sich diese Maßnahmen umzusetzen und erhalten dafür einen Zuschuss, der unabhängig vom Marktpreis gezahlt wird.
Die stufenübergreifende Initiative für mehr Tierwohl in der Schweine- und Geflügelfleischproduktion ist unter Dach und Fach. Die Qualität und Sicherheit GmbH (QS) teilte mit, dass sich führende Vertreter aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmittelhandel nach einem Jahr intensiver Vorarbeit in Berlin darauf geeinigt haben, Schweinehaltern sowie den Hähnchen- und Putenmästern einen Kostenausgleich zu zahlen, wenn sie über das gesetzliche Maß hinausgehende Tierwohlleistungen erbringen. QS sieht darin „einen entscheidender Meilenstein für die Weiterentwicklung des Tierschutzes in der deutschen Nutztierhaltung“.
Die genossenschaftlichen Unternehmen in der Futter- und Fleischwirtschaft tragen diese Branchenlösung vorbehaltlos mit und begrüßen die Vereinbarung ausdrücklich, teilte der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) mit.

Messbare Kriterien entwickelt
Nach Angaben von QS haben Branchenvertreter mit Unterstützung von Experten aus Wissenschaft und Tierschutz weitreichende und messbare Kriterien für das Tierwohl entwickelt, deren Einhaltung durch unabhängige Kontrollen erfolgen soll. Schweinehalter, die freiwillig an dem Programm teilnehmen, verpflichten sich diese Maßnahmen umzusetzen und erhalten dafür einen Zuschuss, der unabhängig vom Marktpreis gezahlt wird. Mäster von Hähnchen und Puten, die sich für erhöhte Anforderungen entscheiden, werden ebenfalls einen finanziellen Tierwohlzuschuss erhalten. Eine zentrale Rolle nimmt dabei laut QS der Lebensmitteleinzelhandel ein, der den Mehraufwand der Schweinehalter und Geflügelmäster finanziell ausgleichen will.

Umsetzung 2014
Die Initiative für mehr Tierwohl soll ab 2014 in der Praxis umgesetzt werden. Bis dahin werde an der detaillierten Ausgestaltung und Umsetzung gearbeitet, teilte QS mit. Da verbindliche Vereinbarungen dem Bundeskartellamt vorgestellt und mit der zuständigen Beschlussabteilung abgestimmt werden müssten, könne eine ausführliche Information der Öffentlichkeit über Einzelheiten der Initiative erst danach erfolgen.

Aktualisiert am: 10.09.2013 08:52
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