Informative ZAR-Herbstgespräche in Amstetten

Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) setzte ihre vor drei Jahren gestartete Herbstgespräche mit agrarischen Entscheidungsträgern fort. Im heurigen Jahr lud die ZAR nach Amstetten ein.
Auch heuer lud die ZAR Verantwortungsträger der heimischen Rinder- und Milchwirtschaft zu Herbstgesprächen ein.
Auch heuer lud die ZAR Verantwortungsträger der heimischen Rinder- und Milchwirtschaft zu Herbstgesprächen ein.
ZAR-Obmann Ök.-Rat Anton Wagner und Geschäftsführer Mag. Franz Sturmlechner luden Verantwortungsträger der heimischen Rinder- und Milchwirtschaft zu einem gut besuchten und hochkarätig besetzten Veranstaltung nach Amstetten ein mit dem Ziel, einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte für eine Neuordnung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu leisten.

Existenzsicherung für 73.000 Betriebe
Motivation dafür war die Tatsache, dass auf die heimische Rinderwirtschaft rund 30 Prozent der agrarischen Wertschöpfung entfallen, was für 73.000 Betriebe die Existenzsicherung bedeutet. Mehr als 1,5 Mio. Hektar Grünlandfläche und 9000 Almen erfordern, wie es Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Vorarlberg und Vorsitzender des Ausschusses für Milchwirtschaft in der Landwirtschaftskammer Österreich ausdrückte, „agrarpolitische Systembrüche zu vermeiden und verlässliche Rahmenbedingungen für die Rinder- und Milchwirtschaft zu schaffen.“ Seiner Meinung nach gehe es darum, die Milchbauern in der Wertschöpfungskette zu stärken und alles zu unternehmen, geschlossen gegenüber der Marktmacht von wenigen und bestimmenden Handelsketten aufzutreten. Moosbrugger betonte außerdem, die Qualität der heimischen Milchprodukte sei Europaspitze und die Konsumenten würden mit einem vielfältigen und preisgünstigen Angebot versorgt.

Hoher Tiergesundheitsstatus in Österreich
Dazu leistet auch, wie Mag. Ulrich Herzog, Chefveterinär im Bundesministerium für Gesundheit, anmerkte, der hohe Tiergesundheitsstatus in Österreich sowie die ausgezeichnete Arbeit der Landwirte und der Tierärzte einen zentralen Beitrag. Der österreichische Tiergesundheitsdienst und die Diagnosedatenerfassung im Rinderbereich über das GESUNDheitsmonitoring.RIND bilden weitere wichtige Bestandteile innerhalb einer europaweiten Tiergesundheitsstrategie.

Kulturlandschaft nicht zum Nulltarif
Eine gepflegte Kulturlandschaft wäre nicht zum Nulltarif zu erhalten und dauerhaft zu sichern, darauf verwies Dr. Stephan Pernkopf, Landesrat für Landwirtschaft, Energie und Umwelt in Niederösterreich. Es werde angesichts der finanziellen Begehrlichkeiten anderer Kommissionsmitglieder notwendig sein, dass sich der rumänische Agrarkommissar Dacian Ciolos gegen unzumutbare Kürzungen des EU-Agrarbudgets heftig zur Wehr setze. Pernkopf: „Die Bauern müssen auch in Zukunft die Chance haben, ausreichende Einkommen über Markterlöse und Ausgleichszahlungen für öffentliche Güter erwirtschaften zu können.“ Von den zur Diskussion stehenden Umschichtungen der Fördergelder zwischen erster und zweiter Säule sowie die Direktzahlungen bzw. Umweltförderungen an den Arbeitskräftebesatz der Betriebe zu binden, hält Niederösterreichs Agrarlandesrat wenig. Um grundsätzliche Systembrüche zu verhindern, wäre seiner Meinung nach das bisherige Zwei-Säulen-Modell auch nach 2013 beizubehalten.

Rinderzucht in Bauernhand
Wagner sprach sich beim diesjährigen Expertengespräch in Amstetten dafür aus, die notwendigen agrarpolitischen Weichenstellungen so zu gestalten, dass die Rinderzucht in Österreich weiter in Bauernhand bleiben kann. Theresia Meier, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, lobte die zukunftsorientierte und nachhaltige Tätigkeit der RINDERZUCHT AUSTRIA. „Wir müssen vor allem der landwirtschaftlichen Jugend Perspektiven geben“, so Meier.
„Aus diesem Grunde unterstütze“, so Sturmlechner, „die ZAR in Partnerschaft mit dem Lebensministerium und dem zuständigen Universitäten die Durchführung von Bildungsmaßnahmen und Forschungsprojekten. Der Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen sei“, so meinte er weiter, „für die Existenzsicherung der heimischen Rinderzucht unerlässlich.“ Außerdem gehe es darum, dass die Rinderzüchter auch in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte verlässliche Strukturen vor Ort benötigen. Sturmlechner: „Eine Schwächung bewährter Organisationen oder ihr Wegbrechen hätte unabsehbare Folgen für den bedeutendsten Produktionszweig innerhalb der österreichischen Landwirtschaft zur Folge.“

Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) ist Dachorganisation von 18 Zuchtverbänden, 8 Landeskontrollverbänden und 6 Rassenarbeitsgemeinschaften mit 26.000 Mitgliedsbetrieben.


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Aktualisiert am: 27.10.2010 20:28
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