Inflation ging im August erneut leicht auf 3,7% zurück

Die österreichische Inflationsrate ist im August 2008 erneut leicht gesunken, sie betrug nach Berechnungen der Statistik Austria 3,7% (Juli 3,8%, Juni 3,9%). Trotz der Preisrückgänge in jüngster Zeit verursachten die Ausgaben für Energie (Treibstoffe und Heizöl) im August immer noch fast ein Drittel der Gesamtinflation und waren mit Abstand die stärksten Preistreiber.
An zweiter Stelle rangierten Nahrungsmittel, deren Preise rund ein Fünftel der Teuerung erklären. Als Preisdämpfer wirkten die Ausgaben für "Nachrichtenübermittlung". Die harmonisierte, auf EU-Ebene vergleichbare österreichische Inflationsrate betrug im August 3,6% und lag damit unter dem Wert der Eurozone (3,8%) beziehungsweise der gesamten EU (4,2%).

Ausgabengruppe "Verkehr" verursachte fast ein Drittel der Gesamtinflation
Mit einem Anstieg von durchschnittlich 7,4% war die Ausgabengruppe "Verkehr" im Jahresabstand eindeutig der Hauptpreistreiber. Sie verursachte fast ein Drittel der Gesamtinflation. Ausschlaggebend dafür waren nach wie vor die Treibstoffpreise, die im Jahresabstand durchschnittlich um 22% stiegen (Dieseltreibstoff +30%, Superbenzin +13%, Normalbenzin +15%). Der Einfluss der Treibstoffpreise auf die Inflation weist zwar eine sinkende Tendenz auf (Juni 2008: +32%, Juli 2008: +25%), er ist aber nach wie vor hoch. Auch Flugtickets waren um 11% teurer als vor einem Jahr.

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 6,4% teurer - Milch um 2% billiger
Die Preise für "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" stiegen gegenüber August 2007 um durchschnittlich 6,4% und waren für etwas mehr als ein Fünftel der Inflationsrate verantwortlich. Brot und Getreideerzeugnisse verzeichneten durchschnittliche Preisanstiege von 11%, Fleisch und Fleischwaren verteuerten sich um 5%. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier waren im Mittel um 8% höher als vor einem Jahr, wobei jedoch Vollmilch im Jahresabstand einen durchschnittlichen Preisrückgang von 2% aufweist. Für Käse wurde im Schnitt um 15% mehr bezahlt, für Butter um 6%, für Schlagobers um 6% und Fruchtjoghurt um 8%. Obst verteuerte sich durchschnittlich um 5%, die Gemüsepreise stiegen insgesamt um 2%. Alkoholfreie Getränke waren im Mittel um 5,5% teurer, wofür hauptsächlich die Preisentwicklung bei Orangensaft (+12%) und Bohnenkaffee (+11%) verantwortlich war. Gegenüber dem Vormonat Juli 2008 blieben die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stabil (+0,1%).

Heizöl im Jahresabstand um 40% teurer
Die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" (durchschnittlich +2,8%) verursachte etwa ein Siebentel der Jahresinflation. Heizöl, das im Jahresabstand um 40% teurer wurde, war für etwas mehr als die Hälfte der durchschnittlichen Preissteigerungen dieser Ausgabengruppe verantwortlich. Im Juli 2008 waren die Heizölpreise im Jahresabstand noch um 51% gestiegen, im Juni 2008 noch um 54%. Die durchschnittlichen Verteuerungen bei der Haushaltsenergie (insgesamt +7,4%) wurden fast ausschließlich durch die Preissteigerungen bei Heizöl verursacht. Die Kosten für Strom und Gas stiegen gegenüber August 2007 jeweils um 1%, für Fernwärme um 3%.
Einziger Inflationsdämpfer im Jahresabstand war, wie schon in den Vormonaten, die Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" (durchschnittlich -5%), wofür vor allem die Preisrückgänge bei Telefon- und Telefaxdiensten verantwortlich waren. (AIZ)


Aktualisiert am: 23.09.2008 18:13
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