Importstopp für Sprossensamen aus Ägypten

Die Europäische Union hat nach der EHEC-Epidemie in Deutschland das als Quelle der Erkrankung vermutete Saatgut aus Ägypten vorübergehend verboten. Das nordafrikanische Land zeigt dafür wenig Verständnis.
Verschiedene Gemüsearten waren schon in Verdacht, nun meint man in ägyptischen Sprossensamen endlich die Schuldigen gefunden zu haben.
Verschiedene Gemüsearten waren schon in Verdacht, nun meint man in ägyptischen Sprossensamen endlich die Schuldigen gefunden zu haben.
Ägyptisches Saatgut von Bockshornklee, Sojabohne und Ölpflanzen soll umgehend vom Markt genommen und die Importe aus Ägypten bis Ende Oktober gestoppt werden, erklärte die Kommission am Dienstag in Brüssel. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hatte zuvor eine Lieferung ägyptischer Bockshornkleesamen für die EHEC-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich verantwortlich gemacht.

Ägypten zeigt wenig Verständnis
Das ägyptische Handelsministerium wehrt sich gegen das EU-Importverbot, weshalb es diesbezüglich heute eine Krisensitzung einberufen hat. Es wird sogar von einem politischen Komplott mit dem Ziel, ihrem Land, das nach der Revolution ohnehin wirtschaftliche Schwierigkeiten zu bewältigen hat, zu schaden. Dabei hatten lokale Medien und das ägyptische Umweltministerium in den vergangenen Jahren selbst mehrfach darauf hingewiesen, dass Abwasser in Ägypten gelegentlich in die Bewässerungskanäle für Felder gelange.

Sprossenimporte nach Österreich
In Österreich wurden bis jetzt vier Betriebe eruiert, die Lieferungen von dem Sprossenhersteller im niedersächsischen Ort Bienenbüttel erhalten haben. Der Zwischenhändler, welcher auch Samen aus Ägypten importiert, gilt als Ausgangspunkt für die EHEC-Erkrankungen in Deutschland. Einige in Österreich gezogene Proben werden derzeit untersucht, wobei erste Analyse-Ergebnisse nach Angaben der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) keine Verunreinigung mit EHEC-Keimen zeigen. Endgültige Untersuchungsergebnisse werden voraussichtlich Ende dieser Woche erwartet. In Deutschland starben mindestens 48 Menschen nach einer Infektion mit dem lebensbedrohlichen Darmkeim EHEC. Entspannung signalisiert allerdings die rückläufige Zahl an neuen Fällen, da der Erkrankungsgipfel den Behörden zufolge bereits Mitte Mai überschritten wurde. In der gesamten EU waren fast 4.200 Menschen davon betroffen.


Autor:
Aktualisiert am: 07.07.2011 11:17
Landwirt.com Händler Landwirt.com User