Impfstoffe: Sinkende Therapiekosten, verbesserte Leistungen und mehr Rentabilität im Schweinestall

Infektionskrankheiten führen in der Schweineproduktion zu großen ökonomischen Verlusten. Die Etablierung neuer Impfstoffe und neuer Impfprogramme gewinnt deshalb immer mehr an Bedeutung.
Sie verbessern den Gesundheitsstatus der Tiere, erhöhen die Leistung in den Ställen und sichern die Qualität des Lebensmittels Fleisch. Nahezu jeder Schweinebestand ist von Infektionserkrankungen betroffen. Die dadurch hervorgerufenen Verluste, die bis in die Mast hineinreichen, liegen in einem Bereich, der die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs massiv gefährden kann. So werden beispielsweise alleine in der EU die durch das porcine Circovirus Typ 2 (PCV2) verursachten direkten und indirekten Kosten mit rund 600 Millionen Euro pro Jahr angegeben. Die entscheidenden Einflussfaktoren sind Kümmern, schlechte Futterverwertung, höhere Futterkosten und erhöhte Mortalitätsraten. Nach ersten Erfahrungen in der Praxis können mit der Circo-Impfung Verluste in der Mast deutlich gesenkt und Tageszunahmen gesteigert werden. So zeigte eine Auswertung von Mastdurchgängen auf einem deutschen Betrieb eine Abnahme der Verluste um 2,5 Prozent bei gleichzeitiger Steigerung der Tageszunahmen um mehr als 40 Gramm.

Circovirus: Koinfektionen im Auge behalten

Circovirusbedingte Probleme wie Kümmern und Auseinanderwachsen der Tiere und Erkrankungen durch Sekundärinfektionen gingen durch die Impfung deutlich zurück. Therapiekosten konnten hierdurch ebenfalls deutlich gesenkt werden. In Zuchtbetrieben führte die Impfung der Sauen auch zu einer verbesserten Fruchtbarkeit. Vielfach ist jedoch nicht das Circovirus allein für die Probleme verantwortlich. Häufige Begleitkeime sind PRRS-Viren und Mykoplasmen. Auch Influenzaviren und Ileitiserreger sind als Auslöser von Atemwegs- und Darmerkrankungen zu berücksichtigen.

Betriebsindividuelles Impfprogramm

Am Anfang jedes erfolgreichen Impfprogrammes steht daher die diagnostische Abklärung der jeweils ursächlichen Erreger im Betrieb. Auf dieser Basis wird dann ein auf den Betrieb abgestimmtes Impfprogramm erstellt. Die Optimierung der Umweltfaktoren ist ebenfalls Teil der Gesundheitsstrategie. Dass Impfungen nicht nur zu einem besseren Gesundheitsstatus der Tiere beitragen, sondern selbst bei niedrigen Schweinepreisen auch ökonomisch sinnvoll sind, ist mittlerweile durch zahlreiche Studien belegt. Nicht zuletzt deswegen gehören Prophylaxemaßnahmen wie die PRRS-, Mykoplasmen-, Circo- und Ileitis-Impfung in vielen Betrieben bereits zum Standard. (Quelle: animalhealth online.de)


Autor:
Aktualisiert am: 06.02.2010 16:20
Landwirt.com Händler Landwirt.com User