Impfpflicht für Blauzungenkrankheit bis Ende März 2009

In den letzten Tagen kursierten Vermutungen, dass die Pflichtimpfung gegen die Blauzungenkrankheit (BT) aus Finanzierungsgründen eingestellt werde. Am 3.März 2009 stellten die Veterinärdirektoren und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bezüglich der BT-Pflichtimpfung klar, dass die Impfpflicht bis einschließlich 31. März 2009 jedenfalls besteht.
V.l.n.r.: Dr. Michael Gneist, Anton Wagner, Markus Schuller bei der Impfung am Betrieb Wagner
V.l.n.r.: Dr. Michael Gneist, Anton Wagner, Markus Schuller bei der Impfung am Betrieb Wagner
Bis zum 31.3.2009 müssen alle Rinder, Schafe und Ziegen gemäß der BT-Bekämpfungsverordnung geimpft sein. Sollten aus verschiedenen Gründen nach diesem Zeitpunkt Tierbestände noch ungeimpft sein, so dürfen Tiere (Rinder, Schafe und Ziegen) aus diesen Beständen erst nach einer negativen Antigenuntersuchung verbracht werden.
Tiere für den innergemeinschaftlichen Handel (IGH) können in die meisten Mitgliedstaaten auch nur dann verbracht werden, wenn diese ausschließlich im Zuge eines behördlich beschlossenen Impfprogrammes geimpft wurden. Aus Sicht der Landwirtschaftskammer Österreich ist die Teilnahme am innergemeinschaftlichen Handel, d.h. aber auch die Teilnahme am freien Tierverkehr in Österreich, nur unter Beachtung dieser Spielregeln möglich. Ausgenommen von diesen Bestimmungen ist üblicherweise die direkte Verbringung auf einen Schlachtbetrieb zur unmittelbaren Schlachtung. Gemäß Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz (LMSVG) dürfen jedoch nur gesunde Tiere zum Zwecke der Lebensmittelgewinnung geschlachtet werden. Die Beratungen auf Veterinärebene über die zukünftige Vorgangsweise ab 1. April 2009 laufen, da die derzeitige Bluetongue-Bekämpfungs-Verordnung nur bis zum 31. März 2009 gilt.

Pflichtimpfung für Rinderwirtschaft unerlässlich
Damit die Blauzungenkrankheit in Österreich unter Kontrolle bleibt und gar nicht erst zum flächendeckenden Ausbruch kommt, ist für ZAR-Obmann Anton Wagner die Beibehaltung der österreichweiten Impfpflicht absolut notwendig. Am Beispiel Frankreich war schon nachvollziehbar, dass freiwillige Impfungen nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Bisher keine wesentlichen Nebenwirkungen bekannt
Die in den jeweiligen Ländern gestarteten Impfkampagnen werden auch wissenschaftlich begleitet. Sämtliche Daten und Beobachtungen werden erhoben, um etwaige Folgewirkungen der BT-Impfungen daraus ableiten zu können. Die ausgewerteten Daten zeigen, dass aufgrund des BT-Impfstoffes keine wesentlichen Nebenwirkungen bei den Tieren festzustellen waren. Weder konnte ein Anstieg der Zellzahlen noch ein negativer Einfluss auf die Fruchtbarkeit oder eine Erhöhung der Anzahl der Aborte nachgewiesen werden.

Schwierige Marktbedingungen für österreichischen Zuchtrinderexport
Die Zuchtrinderproduktion ist innerhalb der tierischen Veredelungssparte unbestritten ein internationales Aushängeschild. Im Jahr 2008 wurden österreichweit auf 146 Versteigerungen insgesamt 30.500 Tiere aufgetrieben, 94 Prozent davon oder 28.800 Stück konnten auch tatsächlich vermarktet werden. Über ein Drittel der verkauften Tiere (36%) bzw. 10.500 Zuchttiere waren für den Export bestimmt. Zusammen mit den 13.200 Tieren, welche direkt über den Ab-Hof-Verkauf exportiert wurden, kommt man auf die stattliche Zahl von 23.738 exportierten Zuchttieren. Das entspricht einem Exportplus von 3,8 Prozent. Die wichtigsten Exportländer für österreichisches Zuchtvieh waren im Jahr 2008 weiterhin Italien mit einem Marktanteil von 32 Prozent, gefolgt von Russland mit einem Anteil von 29 Prozent und Kroatien mit einem Anteil von 9 Prozent. Aufgrund der aktuellen Blauzungenkrankheit spitzt sich die Lage im internationalen Handel mit Zuchtrindern zu. Veterinärabkommen müssen neu verhandelt und unterzeichnet werden. Einzelne Exportmärkte (z.B. Nordafrika) sind völlig zum Erliegen gekommen. Diese angespannte Situation auf den Märkten wirkt sich zunehmend auf die Preissituation beim Zuchtvieh im Inland aus. Für die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) ist es daher ein besonderes Anliegen, alle Bemühungen zur Aufrechterhaltung der wichtigsten Exportmärkte engagiert fortzusetzen.

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Aktualisiert am: 13.03.2009 14:19
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