Im Oktober Zwischenfrüchte säen?

Zwischenfrüchte schützen vor Erosion, werden von Biogasanlagen genützt und verwerten Gülle im Herbst. Die Aussaat ist selbst im Oktober noch möglich.
Um der Erosionsgefahr entgegenzuwirken, ist eine Begrünung im Oktober mit Roggen oder Weizen sinnvoll.
Um der Erosionsgefahr entgegenzuwirken, ist eine Begrünung im Oktober mit Roggen oder Weizen sinnvoll.
Bei Reihenkulturen wie Mais, Kürbis oder Hirse, die im späteren Frühjahr auf Hangflächen angebaut werden, besteht erhöhte Erosionsgefahr. Gerade Kürbis und Hirse schließen ihre Reihen sehr spät und sind daher noch mehr gefährdet. Hier kann durch den Anbau einer Begrünung die Aussaat im Mulch- oder Direktsaatverfahren durchgeführt und so der Erosion entgegengewirkt werden.

Begrünung im Oktober
Zu diesem Zweck ist es auch jetzt im Oktober noch möglich eine Begrünung mit Roggen oder Weizen anzulegen, die dann im Frühjahr noch bestocken kann. Die Aussaat sollte dabei nach der Grundbodenbearbeitung mittels Pflug oder Grubber auf eine bereits eingeebnete Fläche erfolgen. Die Saatmenge sollte dabei je nach Zeitpunkt 150 bis 200 kg betragen. Im Frühjahr wird dann die Begrünung vor der Saat mittels Totalherbizid oder mechanisch abgetötet. Wenn die Begrünung nicht zu stark bestockte oder mit Perko durchgeführt wurde, kann diese auch im Mais mit einer Nachauflaufbehandlung beseitigt werden

Wann ist eine Herbstdüngung sinnvoll?
Bis 2016 gibt es noch die Regelung der Stickstoff-Düngung zur Maisstrohrotte von max.30 kg Nff (feldfallend). Diese Düngergabe ist technisch schwierig durchzuführen und fachlich fragwürdig. Es ist sinnvoll, die Gülle auf begrünte Flächen auszubringen. Begrünungen, die im Herbst angelegt werden, sollten grundsätzlich den verfügbaren Reststickstoff aufnehmen. Bei schlechtanwachsenden Begrünungen kann aber eine Düngung durchaus Sinn machen. Das Aktionsprogramm Nitrat erlaubt auf Flächen, auf denen bis 15. Oktober ein Folge- oder Zwischenfrucht angebaut worden ist, die Düngung von max. 60 kg Nff bis zum 14. November. Wird erst nach dem 15. Oktober angebaut, so ist eine Düngung in diesem Jahr nicht mehr zulässig. Eine Begrünung darf erst wieder im Frühjahr ab dem 16. Februar gedüngt werden, vorausgesetzt der Boden ist nicht wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt

Nutzung der Begrünung
Die Nutzung der Begrünung wurde wieder zu einem Thema. So wird z. B. Grünroggen vermehrt in Biogasanlagen eingebracht. Die sonst von Oktober bis April brachliegende Ackerfläche kann so ebenfalls genutzt werden. Aber auch die Veränderung der Maismonokultur hin zur Fruchtfolge mit Silohirse bietet sich für den Zwischenfruchtbau an. Weil die Hirse sowieso etwas später angebaut wird, bleibt mehr Zeit für das Wachstum der Begrünung. Diese kann sich im Frühjahr gut entwickeln und rechtfertigt damit auf jedem Fall eine Ernte.

Von DI Albert BERNSTEINER und Ing. Stefan NEUBAUER, LK Steiermark

Mehr zum Thema Unkrautbekämpfung im Herbst erfahren Sie in Ausgabe 20/2013 im LANDWIRT.

Aktualisiert am: 07.10.2013 15:41
Landwirt.com Händler Landwirt.com User