Im Außenklimastall Schweine mästen

Außenklimaställe gewinnen aufgrund des gestiegenen Kostendrucks auch in der konventionellen Schweinemast zunehmend an Bedeutung. Hier lesen Sie wichtige Aspekte zum Außenklimastall.
Ein Außenklimastall für Mastschweine kann kosteneffizient und tiergerecht sein.
Ein Außenklimastall für Mastschweine kann kosteneffizient und tiergerecht sein.
Im klassischen Buchtenkonzept sind unterschiedliche Klimabereiche vorgesehen: Liegekiste, Fress- und Aktivitätsfläche sowie ein eventuell angeschlossener Auslauf. Diese ermöglichen den Schweinen, Funktionsbereiche zu trennen und bieten Bewegungs- und Beschäftigungsanreize. Eine Gesamtnutzungsfläche von 0,7 m2/Tier während der Vormast und ca. 1 bis 1,2 m2/Tier während der Endmast ist anzustreben. Für die Funktionalität des Systems ist es wichtig, dass eine Breite der Bucht von 2,5 m nicht überschritten wird. Ansonsten besteht die Gefahr des Verkotens der Liegefläche.
Entscheidend für die Haltung von Schweinen unter Außenklimabedingungen ist das Vorhandensein einer Kleinklima-Zone. Im Pigport III wird diese in Form einer Liegekiste zur Verfügung gestellt. Die Kisten sind 3-seitig geschlossen und üblicherweise mit Lüftungsklappen an der Rückwand versehen. Die einfache Holzbauweise ist mit hohem Eigenleistungsanteil realisierbar. Die Kistenabdeckung muss nicht gedämmt sein, sondern kann aus mit Folie überspannten Kanthölzern bestehen
und im Winter zusätzlich mit einem Vlies ausgelegt werden. Die Kistenabdeckung kann über eine Seilwinde von Hand oder elektrisch geöffnet werden.
Ein Temperaturbereich von 16 bis 22 °C – je nach Mastabschnitt – ist anzustreben. Es empfiehlt sich, die Kisten vor der Neubelegung auf ca. 28 °C vorzuheizen (beispielsweise mittels Warmwasser oder über Wärmelampen).

Tierwohl im Fokus
Schweine nehmen eine klare Trennung ihrer Liege-, Fress- und Kotplätze vor, wenn ihnen die Gelegenheit dazu geboten wird. Die Buchtengliederung in unterschiedliche Funktionsbereiche ist enorm wichtig, um den biologischen Bedürfnissen der Tiere möglichst gerecht zu werden. Im Pigport III ist es möglich, dass das Schwein einen planbefestigten Liegeplatz aufsucht, bei dem die empfindliche Nase nicht über den Güllekanälen bzw. Exkrementen ruhen muss.

Auslauf – positiv für Schweine und Geldbeutel
Das Vorhandensein eines Auslaufes stellt für die Tiere einen zusätzlichen Schritt in Richtung mehr Tiergerechtheit und Wohlbefinden dar, da dieser eine noch klarere Trennung der Funktionsbereiche bzw. die Wahl zum Aufsuchen eines weiteren Klimabereichs ermöglicht. Durch die weitreichende Strukturierung der Bucht sind vielfältige Möglichkeiten zum Ausweichen bei Konflikten vorhanden. Zu bedenken ist die Anbringung eines geeigneten Sonnenschutzes im Auslaufbereich (z.B. Holzlattung). Diesbezügliche Berechnungen zeigen, dass Ausläufe bei entsprechendem Eigenleistungsanteil die Baukosten nicht erhöhen.

Autorin: DI Birgit HEIDINGER, LFZ Raumberg-Gumpenstein

Den gesamten Artikel über den Außenklimastall und Tiergerechtheit können Sie in der Ausgabe 9/2013 nachlesen. Die Berechnung der Wirtschaftlichkeit ist in einem umfangreichen Beitrag in Ausgabe 10/2013 des "Fortschrittlichen Landwirts" zu finden. Gratis Probeheft bestellen.

Aktualisiert am: 29.04.2013 14:00
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