ISN Vortragsveranstaltung: Fokus Schwein



Schweinemarkt erstmalig aus dänischer, niederländischer und deutscher Sicht beleuchtet - Anschlussveranstaltung in NRW geplant!
(ISN/Damme, 24.09.2008) Wie die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) mitteilt, war die diesjährige zweite Auflage der Vortragsreihe „Fokus Schwein“, die von der BRÖRING Unternehmensgruppe, Boehringer Ingelheim Vetmedica und der ISN organisiert wurde, am 23. September 2008 ein äußerst erfolgreicher Auftakt der diesjährigen Herbst-/Winterveranstaltungen.

Sojaschrotversorgung nicht gesichert?

Die Tagung stand im Zeichen der aktuellen Entwicklung auf dem Futtermittel- und Schweinemarkt. Nach den Begrüßungsworten durch Dr. Walter Helms von Bröring verwies ISN-Vorsitzender Franz Meyer zu Holte auf die verschiedenen aktuellen Themen wie beispielsweise die GVO-Problematik. Den Auftakt machte Bernhard Krüsken, Geschäftsführer des DVT Deutscher Verband Tiernahrung, mit der Frage: Wie geht es weiter ohne Soja? Krüsken betonte, dass durch die verzögerte EU-Zulassung von GVO-Soja die europäischen Tierhalter massiv ins Hintertreffen geraten seien und warnte vor erneuten Kostensteigerungen im Jahr 2009, da die USA durch neue GVO-Sorten als Sojaexporteur ausfiele. Wyno Zwanenburg, Vorsitzender der Nederlandse Vakbond Varkenshouders (NVV), gab eine Antwort auf die Frage wie unsere Nachbarn der Krise trotzen. Er erläuterte, dass die niederländischen Betriebe inzwischen sehr stark spezialisiert seien. Außerdem würden Betriebe die einmal wirtschaftlich erfolgreich produzierten, durch die Banken sehr bereitwillig neue Kredite bereitgestellt bekommen.

Große Betriebsstrukturen bringen Vorteile

Hans Aarestrup als Geschäftsführer der Danske Svineproducenter aus Dänemark berichtete von den fast 700 Prozent Selbstversorgungsgrad mit Schweinefleisch, was ein Grund für die niedrigen Schweinepreise in Dänemark sei. Bemerkenswert war auch die Tatsache, dass bereits jetzt 20 Prozent aller Sauen in Beständen von über eintausend Sauen stehen. Diese Zahl werde sich bis zum Jahr 2013 wohl auf 50 Prozent erhöhen, prognostizierte Aarestrup. ISN‑Geschäftsführer Detlef Breuer präsentierte die „Gewinner und Verlierer des Strukturwandels“, inmitten dessen sich die deutschen Schweinehalter gerade befänden. Während es die Schweinehalter mit kleineren Betrieben zunehmend schwerer hätten, würden die derzeit bereits expandierenden Betriebe besonders in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gestärkt aus dieser Umstrukturierung heraus gehen.

Zukunftsmärkte in Osteuropa und Asien

Hans-Jörg Eynck vom Schlachtunternehmen Tönnies überraschte die Teilnehmer mit der Tastsache, dass aktuell bereits 40 Prozent des Schweinefleisches seines Unternehmens in den Export gingen. Dieser Anteil werde noch weiter steigen, durch die verstärkte Belieferung u.a. des osteuropäischen, aber auch asiatischen Marktes.

v.l.n.r: Dr. Heinrich Wilkes (Tierarzt aus Reken), Franz Meyer zu Holte (ISN-Vorsitzender), Hans-Jörg Eynck (Tönnies), Wyno Zwanenburg (Vorsitzender der niederl. NVV), Dr. Walter Helms (Bröring), Hans Aarestrup (GF Danske Svineproducenter), 8.v.l. Bernhard Krüsken (GF Deutscher Verband Tiernahrung), 10.v.l. Detlef Breuer (ISN-Geschäftsführer), 11.v.l. Herbert Heger (Boehringer Ingelheim)
v.l.n.r: Dr. Heinrich Wilkes (Tierarzt aus Reken), Franz Meyer zu Holte (ISN-Vorsitzender), Hans-Jörg Eynck (Tönnies), Wyno Zwanenburg (Vorsitzender der niederl. NVV), Dr. Walter Helms (Bröring), Hans Aarestrup (GF Danske Svineproducenter), 8.v.l. Bernhard Krüsken (GF Deutscher Verband Tiernahrung), 10.v.l. Detlef Breuer (ISN-Geschäftsführer), 11.v.l. Herbert Heger (Boehringer Ingelheim)


Die Bedeutung der Circo-Impfung für den Ferkelhandel aus der Sicht eines praktischen Tierarztes erläuterte Dr. Heinrich Wilkes. Er appellierte an die Schweinehalter, die äußerst wirksame Impfung durchzuführen. Aufgrund des großen Interesses am „Fokus Schwein“, zu dem selbst Schweinehalter aus NRW, Hessen, Baden-Württemberg und den Niederlanden angereist waren, haben sich die Veranstalter entschlossen, eine Anschlussveranstaltung mit den dänischen und niederländischen Referenten durchzuführen. (ISN)


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Aktualisiert am: 26.09.2008 13:59
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