ISN-Schlachthofranking: Schweineschlachtungen auf Konsolidierungskurs

Die Schlachtkapazitäten wurden in den letzten Jahren stets gesteigert. Derzeit sieht es nach einer Konsolidierung der Schlachtungen zu kommen.
Vier Schlachtunternehmen haben in Deutschland bei Schweineschlachtungen einen Marktanteil von 60 %.
Vier Schlachtunternehmen haben in Deutschland bei Schweineschlachtungen einen Marktanteil von 60 %.
Der Schlachtschweinemarkt ist weiterhin stark konzentriert, denn die Top 10 Betriebe schlachten nahezu konstant 75 % der Schweine. Die wahre Konzentration der Branche zeigt sich, wenn man hinter die Zahlen schaut. Von den zehn größten deutschen Schweineschlachtern erreichen allein die Top 4 einen Marktanteil von über 60 %. Die folgenden sechs Unternehmen decken 15 % des Marktes ab.
Eine Reihe Top 10 Unternehmen gaben gegenüber der ISN (Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands) an, dass sie zukünftig Einsparpotenziale vor allem in der Optimierung der Produktionsprozesse sehen, z.B. hinsichtlich des Energie- und Wasserverbrauchs.

Tönnies: Wachstumsmarkt China im Blick
Absoluter Branchenprimus bleibt das Unternehmen Tönnies, das im vergangenen Jahr etwa 15,4 Mio. Schweine geschlachtet hat. Das mit Abstand größte Schlachtunternehmen war also auch im Jahr 2011 mit einer Steigerung der Schlachtzahlen um über 1,2 Mio. Schweine weiter auf deutlichem Expansionskurs.
Den Exportanteil hält Tönnies seit einigen Jahren bei über 50 %. Die Bedeutung der ausländischen Märkte wie Russland und China ist für dieses Unternehmen kontinuierlich hoch. So kündigte Tönnies beispielsweise an, in Zerlegebetriebe in China investieren zu wollen.

Tierwohllabels von VION und Westfleisch
2011 vergrößerte sich der Abstand der VION auf den Erstplatzierten. Nach Schätzungen der ISN hat die Vion im vergangenen Jahr weniger als 10 Mio. Schweine geschlachtet. Eine genaue Zahl wollte das Unternehmen nicht nennen. Zukünftig will man sich verstärkt auf die Heimatmärkte konzentrieren. Vion versucht sich dementsprechend neue Marktsegmente zu erschließen: Gemeinsam mit dem Tierschutzbund und anderen wird derzeit ein Tierwohllabel entwickelt, das dem Käufer dieses Fleisches höhere Standards in der Tierhaltung garantieren soll.
Ihre Schlachtzahlen weiter steigern konnte die Westfleisch. Das Wachstum auf 7,16 Mio. Schlachtschweine war im Wesentlichen durch eine Zunahme der Ausfuhrraten möglich. Der Exportanteil liegt, ähnlich wie bei Tönnies, bei ca. 50 %. Ähnlich wie die Vion, erschloss sich Westfleisch 2011 mit dem Label „Aktion Tierwohl“ ein neues Marktsegment. Derzeit nehmen laut Westfleisch 120 Betriebe mit jährlich 410.000 Schweinen hieran teil, allerdings werden Labelprodukte derzeit nach Kenntnis der ISN überwiegend für die ausländischen Märkte produziert.
Auch im zweiten Teil der Tabelle gibt es Licht und Schatten. So konnten einige Unternehmen ihre Position ausbauen, andere verloren Plätze im ISN-Schlachthofranking.


Aktualisiert am: 27.03.2012 17:12
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