IG-Milch sieht Milchbauern unter Gewitterwolken

Während sich die Molkereiwirtschaft anlässlich des Weltmilchtages am 1.Juni über gute Bilanzen und einen schwungvollen Markt freut, sehen die Milcherzeuger einer ungewissen Zukunft entgegen, so die IG Milch bei einer Pressekonferenz.
Wenn es auch in Zukunft Milchproduktion als bäuerlichen Erwerbszweig geben soll, dann müssen bei uns die Bauern an der Wertschöpfungskette der Milch besser beteiligt werden und von den Molkereien als höherwertige Partner eingestuft werden, so die IG-Milch. Kommt es nicht dazu, so droht weiteres unnötiges Bauernsterben und die industrialisierte Lebensmittelproduktion ohne Landschaftspflege schreitet weiter voran.
Wenn es auch in Zukunft Milchproduktion als bäuerlichen Erwerbszweig geben soll, dann müssen bei uns die Bauern an der Wertschöpfungskette der Milch besser beteiligt werden und von den Molkereien als höherwertige Partner eingestuft werden, so die IG-Milch. Kommt es nicht dazu, so droht weiteres unnötiges Bauernsterben und die industrialisierte Lebensmittelproduktion ohne Landschaftspflege schreitet weiter voran.
Die Milchkrise 2009 ist längst nicht überwunden und die Zeichen, die die Molkereien aber auch die Politik aussenden, sind besorgniserregend. "Dass die vom VÖM-Präsident geführte Kärntenmilch nun handstreichmäßig die Kündigungsfrist von einem Monat auf zwei Jahre verlängern will, zeigt in welche Richtung sich die Position der Milcherzeuger bewegt", so Erna Feldhofer, Obfrau der IG-Milch.

Erzeuger in der Wertschöpfungskette stärken

Wenn es nicht gelingt, die Positionen der Milcherzeuger in der Wertschöpfungskette zu stärken, werden Milchbäuerinnen und Milchbauern an positiven Marktentwicklungen nicht entsprechend beteiligt, der Strukturwandel - Bauernsterben - wird unvermindert weitergehen und ganze Regionen sind bedroht.

Rüberquote ja - Milchquote nein - wo bleibt die Gerechtigkeit?

Ebenso dramatisch sind die Entwicklungen auf politscher Ebene bezüglich der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik. Während die Rübenbäuerinnen und -bauern den Fortbestand der Zuckermarktordnung mit Beibehaltung der Quote, Mindestpreise für Zuckerrüben und gesicherte Flächenausgleichsprämien fordern und die volle politische Unterstützung bekommen, tadelt man die MilcherzeugerInnen für die gleiche Forderung als Utopisten.
Obwohl die Zuckerrübenbauern ohne Investitionen verschiedenste Möglichkeiten mit anderen Marktfrüchten haben, ist ein Großteil der MilcherzeugerInnen im Dauergrünland ohne Alternative.

Milch braucht verantwortungsvolle Politik

"Daher ist im Milchbereich eine verantwortungsvolle Marktpolitik unabdingbar", so Thomas Schmidthaler, Vorstand im European Milkboard.
"Trotzdem werden wir nicht locker lassen und unser Schicksal selber in die Hand nehmen. Anlässlich des Weltmilchtages wird mit A-faire-Milch und vielen Aktionen auf die Einzigartigkeit der österreichischen Milchwirtschaft hingewiesen", so Erna Feldhofer.


Aktualisiert am: 31.05.2011 14:24
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