IG Milch: offener Brief zur Lebensmittelpreisdiskussion

Ewald Grünzweil und Ernst Halbmayr teilen in einem offenen Brief an Politiker und Institutionen die Sicht der IG MIlch zur derzeitigen Lebensmittelpreisdiskussion mit. Hier ein Auszug aus diesem Brief:
Mit einiger Verwunderung verfolgen wir die Diskussion über steigende Lebensmittelpreise. Wir sehen hier wesentliche Aspekte nicht berücksichtigt .....

Der Anteil des Einkommens, der für Lebensmittel ausgegeben wird, ist jahrzehntelang kontinuierlich gesunken. Dies konnte auf bäuerlicher Seite am Beginn durch höhere Produktivität, Technisierung und Rationalisierung ausgeglichen werden, hat aber in den letzten Jahren jedoch eine Entwicklung verursacht, die in dieser Form von keinem erwünscht sein kann.

gnadenloser Preiskampf

Durch einen gnadenlosen Preiskampf des Lebensmittelhandels mussten zigtausend bäuerliche Betriebe ihre Höfe schließen. Große Regionen, auch in Österreich, sind durch Abwanderung und Verwaldung bedroht ......

Genauso betroffen von dieser Entwicklung ist das Lebensmittelhandwerk, sowie die selbstständigen Kaufleute, deren Existenz bei dieser Entwicklung systematisch zerstört wird.

negative Folgen für ländlichen Raum

Dies führt zu gravierenden Folgen für den ländlichen Raum, die Gesellschaft und die Kulturlandschaft. Billige Lebensmittel sind nur möglich, wenn im Hintergrund tierschutzfeindliche Haltungsformen (Massentierhaltungen) und industrielle Verarbeitung stehen, und die am Wertschöpfungsprozess beteiligten Menschen ausgebeutet werden. Die Reparaturkosten, die dadurch verursacht werden, müssen durch Steuerleistungen finanziert werden.

Wohlstand und Bauerntum gehören zusammen

Der Wohlstand unseres Landes steht in ursächlichem Zusammenhang mit der Erhaltung der noch vorhandenen bäuerlichen Familienbetriebe ............, die eine großartige Kulturlandschaft ermöglichen. Wir sind froh, dass viele KonsumentInnen dies schätzen und auch wissen, dass diese Vorzüge nicht mit ausbeuterischen Dumpingpreisen möglich sind.

Die Konzentration des Lebensmittelhandels sehen wir mit Sorge, jedoch wurden die Vorzüge der österreichischen Qualitätsproduktion auch hier erkannt und eine zukunftsträchtige Sortimentspolitik in den letzten Jahren eingeleitet und durchgeführt.


Aktualisiert am: 19.02.2008 08:06
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