IG-Milch bringt Agrarsprecher aller Parteien an einen Tisch

Die Podiumsdiskussion mit den Agrarsprechern in Marbach wurde zu einer Zweitagesveranstaltung, denn die mehr als 400 aus ganz Österreich angereisten Milchbauern, diskutierten bis nach Mitternacht mit den Agrarsprechern.
Der Organisator der Veranstaltung – Manfred Mitmasser – sprach
Sie diskutierten mit rund 400 Milchbauern (v. li.): Franz Faschingleitner (BZÖ), Wolfgang Pirklhuber (Grüne), Sektionsleiterin Edith Klauser (Lebensministerium), Harald Jannach (FPÖ), Kurt Gassner (SPÖ), Fritz Grillitsch (ÖVP), Ewald Grünzweil (IG-Milch), Ernst Halbmayr (EMB) und Anton Gruber (Bgm. Marbach).
Sie diskutierten mit rund 400 Milchbauern (v. li.): Franz Faschingleitner (BZÖ), Wolfgang Pirklhuber (Grüne), Sektionsleiterin Edith Klauser (Lebensministerium), Harald Jannach (FPÖ), Kurt Gassner (SPÖ), Fritz Grillitsch (ÖVP), Ewald Grünzweil (IG-Milch), Ernst Halbmayr (EMB) und Anton Gruber (Bgm. Marbach).
von einem historischen Moment, da Vertreter aller Fraktionen seiner Einladung gefolgt waren.

Die Eröffnungsrunde
In der Eröffnungsrunde redete Bauerbundpräsident Fritz Grillitsch davon, dass seiner Meinung nach die Abschaffung der Saldierung das Problem des zu geringen Milchpreis nicht lösen könne. „Ich rufe alle Bürgermeister des Landes dazu auf, ihre Einwohner über den Wert von Milch und über Kunstkäse zu informieren“, forderte Kurt Gassner von der SPÖ. Harald Jannach von der FPÖ verlangte eine Entschädigung für die Bauern für das Geld, das sie in Milchquote investiert haben. Für diesen Vorschlag, so wie für einige mehr an diesem Abend, wurde Jannach vom Publikum mit tosendem Applaus belohnt. Wolfgang Pirklhuber kritisierte das System „Wachsen oder Weichen“ und Franz Faschingleitner vom BZÖ betonte seinen persönlichen Zugang zum Thema Milchwirtschaft.

Kompetenz der Betroffenheit
Ernst Halbmayr kritisierte an der österreichischen Agrarvertretung, dass ihnen die „Kompetenz der Betroffenheit“ fehle, da kaum ein Agrarvertreter noch selbst Milchkühe im Stall stehen habe. Mehrmals wurde betont, dass jede Fraktion praktizierende Landwirte als Experten ins Boot holen könnte, die überprüfen könnten, ob die Entscheidungen auch für die Praxis tauglich sind. Eine lange Diskussion zog das Thema der Saldierung nach sich. Ernst Halbmayr forderte, dass ein Thema wie dieses in einer Urabstimmung von allen Milchbauern mitentschieden werden sollte. Halbmayr wagte auch eine Prognose: „Ich glaube, dass die Milchquote 2015 nicht auslaufen wird.“ Ein Indiz für seine Annahme ist für ihn, dass die sogenannten „Zukunftsbetriebe“ in Ostdeutschland mit Liquiditätsproblemen kämpfen und dies zu einem Umdenken führen werde.

Wein- und Käseskandal
„Vor 15 Jahren produzierten Bauern ohne Trauben Wein. Es folgte der Weinskandal und die Bauern wurden verurteilt. Heute produzieren Molkereien Käse ohne Milch. Es gibt keinen Käseskandal, da diesen Kunstkäse die Industrie herstellt und nicht Bauern“, gab ein Landwirt zu Bedenken. Organisator Manfred Mitmasser zeigte sich nach der Veranstaltung erfreut über die zahlreichen Besucher und die rege Diskussion, allerdings mit einem bitteren Beigeschmack: „Eigentlich sind wir jetzt auch nicht klüger als vorher. “. Zum Abschluss der Veranstaltung richtete Ewald Grünzweil noch einen Wunsch an die Agrarpolitik: „Wir brauchen rasch Entscheidungen, denn für viele Betrieb wird die Luft dünn.“

Die Bilder zur Podiumsdiskussion finden Sie hier: rinderbilder-landwirt.com


Aktualisiert am: 18.06.2009 09:23
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