IG-Milch Generalversammlung in Eugendorf

Vor rund 1300 Mitgliedern hielt der Verein der österreichischen Grünland- und Rinderbauern, kurz IG Milch, seine heurige Generalversammlung ab. Sinkende Erzeugermilchpreise, steigende Quoten bis 2013 und die Abschaffung der Milchquote danach sind nur einige der Themen, die den IG Bauern Kopfzerbrechen bereiten
In ihrer jüngsten Presseaussendung, die sie auch hier unter Top Aktuelles auf Landwirt.com finden, bezeichnet die IG- Milch die jüngste Entscheidung der EU-Agrarminister als Todesstoß für die bäuerliche Milchproduktion. Vor diesem brisanten Hintergrund fand nun die IG-Generalversammlung im Salzburger Eugendorf statt.

Unter den Ehrengästen befanden sich Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, Agrarlandesrat Sepp Eisl und Salzburgs Arbeiterkammerpräsident Sigfried Pichler sowie Bürgermeister Johann Strasser. Nach Grußworten der Gäste, die allesamt ihren Einsatz für bessere Milchpreise versprachen, folgten der Kassabericht und der Tätigkeitsbericht des Obmanns. Die IG verfügt demnach derzeit über rund 5500 Mitglieder und einen Jahreseinkommen aus Mitgliedsbeiträgen von 140 277 Euro. IG-Obmann Ewald Grünzweil berichtete von einem turbulenten Jahr, der Gründung der Milchliefererzeugergemeinschaft, vom Vortrag des Gentechnikgegners Percy Schmeisser, von einem erfolgreichen EMB Kongress und Aufmarsch in Brüssel, von der Solidaritätskundgebung vor der Ennstalmilch für Michael Steiner und nicht zuletzt vom großen Milchstreik, bei dem sich die IG -Bauern von ihrer Standesvertretung im Stich gelassen fühlten. Wie schwammig oder zum Teil ablehnend die Haltung vieler offizieller Agrarpolitiker zum Thema Milchstreik war, rief eine Videoeinspielung in Erinnerung.

Anstatt des EMB-Obmannes Romuald Schaber sprach der BDM-Vorstand Walter Peters. Der mecklenburger Großagrarier rief die Bauern dazu auf, ihre Zukunft ohne Subventionen zu planen. Er kritisierte den Handel, der schlichtes Wasser teurer verkaufe als die wertvolle Milch.

Der grüne EU-Parlamentarier Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf berichtete davon, im Vorfeld von einem Auftritt bei der IG Milch "gewarnt" worden zu sein. Er habe aber die Einladung gerne angenommen, so der EU-Parlamentarier. Er sprach über die deutschen Verhältnisse in der Milchproduktion.

Mit einer Diskussion und einer Fragerunde an die Referenten ging die Versammlung zu Ende.
  • Die IG Milch bekrittelt die derzeitige perspektivenlose wirtschaftliche Lage der heimischen Milchbauern. Ihr fehle der Wille der Verantwortungsträger in der offiziellen Standesvertretung, in den Molkereien, im Handel und in der Agrarpolitik, am untragbaren Zustand etwas verändern zu wollen, so die IG. Daher seien auch in Zukunft Maßnahmen wie ein neuerlicher Milchstreik, ein Investitionsstopp oder Protestkundgebungen nicht auszuschließen.



Autor:
Aktualisiert am: 27.11.2008 14:54
Landwirt.com Händler Landwirt.com User