IG-Milch: EU-Agrarminister versetzten der bäuerlichen Milchproduktion Todesstoß

Mit der Abschaffung der Quote und der beschlossenen Mehrproduktion wird durch die EU-Kommission der Milchpreis auf Talfahrt geschickt. Die IG-Milch sieht darin das Ende der bäuerlichen Milchproduktion in weiten Gebieten.
Die geplanten Ausgleichszahlungen sind nicht annähernd geeignet, die Einkommensverluste auszugleichen. Dies bedeutet das Ende der bäuerlichen Milchproduktion in Berg- und Grünlandregionen und damit ein weiteres Ausbluten des ländlichen Raumes. Da diese Mehrproduktion nur mit Dumpingpreisen am Weltmarkt abgesetzt werden kann, wird mit dem Beschluss auch die lokale Landwirtschaft in den Entwicklungsländern massiv gefährdet. Für tausende österreichische Milchbäuerinnen und –bauern ist mit dieser Entscheidung die Chance auf faire Milchpreise und damit die Entlohnung ihrer schweren Arbeit in weite Ferne gerückt.

EU-Agrarpolitik am Ende?
„Das ist verantwortungslos und unfassbar und eine Bankrotterklärung der europäischen Agrarpolitik, damit haben sich die Lobbyisten der exportorientierten multinationalen Lebensmittelkonzerne, der Agrochemie-Industrie und der landwirtschaftlichen Großbetriebe durchgesetzt. Damit wird nicht nur die klein- und mittelbäuerliche Landwirtschaft zerstört, sondern auch Ernährungssouveränität und Lebensmittelsicherheit aufs Spiel gesetzt.“, so Ewald Grünzweil, Obmann der IG-Milch.

Prominent besetzte Generalversammlung
Die IG-Milch wird daher am Samstag, 22. 11.2008 bei der Generalversammlung in Eugendorf bei Salzburg weitreichende Entscheidungen, wie einen sofortigen Investitionsstopp, mit mehr als 1.500 Teilnehmern diskutieren. Die Teilnahme von Landeshauptfrau Burgstaller, Agrarlandesrat Eisl, Arbeitskammerpräsident Pichler und stellv. Vorsitzender des EU-Agrarausschusses Graefe zu Baringdorf verleihen der Versammlung zusätzlich Brisanz und Spannung.

Pressemeldung IG-Milch


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Aktualisiert am: 25.11.2008 10:37
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